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Angelina Wehner: Alles anders – Lyrik

Für bessere Lesbarkeit und Formatierung: Angelina-Wehner_Alles Anders

 

Alles anderes

Legende: > leiser werden >> noch leiser werden .. im Prinzip wie … bloß weniger nachdenklich, eher der
Prozess wenn man Wörter ausklingen lässt * * Onomatopoesie es gibt auch ein paar Neologismen Aussprache der
Gemeinschaft Aussprache des Ich-Erzählers Aussprache von Ros-Marie
Bitte in Farbe lesen! (Es kann schon so leicht verwirrend sein.)

 

Ich lebte einmal in einer Welt, wo kein Tag dem anderen glich. Nichts war gleich, immer
war alles anders.
Wie genau?- das weiß ich nicht, ich habe keine Erinnerungen mehr daran. Ich bin mir nur
sicher, dass ich irgendwann mal in einer Welt lebte, die nicht so repetitiv wie diese ist.
Wo ist sie nur hin?
Aufstehen. Tap tap. Frühstücken. Anziehen. Tap tap tap. Die verdorrten Blumen gießen. Tap
Tap. Text schreiben. Raus in den Garten gehen. Mit Ros-Marie reden. Schwarz.
Aufstehen. Tap tap. Frühstücken. Anziehen. Tap tap tap. Die verdorrten Blumen gießen. Tap
Tap. Text schreiben. Raus in den Garten gehen. Mit Ros-Marie reden. Schwarz.
Aufstehen. Tap tap. Frühstücken. Anziehen. Tap tap tap. Die verdorrten Blumen gießen. Tap
Tap. Text schreiben. Raus in den Garten gehen. Mit Ros-Marie reden. Schwarz.
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„ Oh, jetzt ist ja alles wieder ganz anders; jetzt nach der Wende!“-
„Ja,sicher“, sagen, mit dem Kopf nicken . Hahhhm… .. Wie können die anderen denn
wissen, was wahre Veränderung ist? Die, die niemals in der anderen Welt lebten?
Da kann ich nichts anderes tun, als nett zu nicken und zu zustimmen, selbst wenn ich
innerlich schreien mag:“ Diese Wende ist genauso, wie all die anderen: kleine Details
ändern sich, aber schlussendlich ist jeder Tag wie der andere; > nie ist alles anders.. >>nie..

Hmmfffff.. ...
Dieser Tag wird genauso, wie alle anderen sein. Ich will gar nicht aus dem Bett.
Aber was bleibt mir anderes übrig in dieser Welt, wo alles immer gleich abläuft? Egal wie
sehr ich mich weigere: die Hauptaufgaben werden immer so sein: Aufstehen, Frühstücken,
Anziehen, Gießen, Schreiben, Gehen, Reden, Schwarz.
Aufgestanden bin ich schon, irgendwie werde ich wohl auch essen, vielleicht kommt Betty
vorbei - einer ihrer Hauptaufgaben ist es, jemanden was zum Essen zu bringen und weil
ich nicht unhöflich bin, kann ich nicht absagen. Ich könnte versuchen nicht in den Garten zu
gehen, doch dann fliegt vielleicht der Tee Kessel aus dem Fenster und den kann ich nicht
einfach alleine im Garten lassen, drum muss auch dort hingehen.
Eines Tages habe ich mich sogar in meinem Haus verbarrikadiert und dann ist Ros-Marie
einfach durch den Schornstein gekommen hahahh . Hmmm es scheint, als könnte ich dieser
Ordnung nie mehr entkommen.
Also bleibt mir nichts übrig: Ich gehe frühstücken, ziehe mich an. Auf dem Weg zu dem
Rosengarten kicke ich den Stein, welcher wieder am exakten Ort, wie davor daliegt (das ist
Bernds Aufgabe), ein paar Meter weiter, zwei Meter weiter als gestern, aber 30 cm weniger
weiter als vorgestern vor mich hin, vor mir her.
Der Rosengarten hat jeden Tag verdorrte Blumen, ich gieße sie jeden Tag. Früher waren es
mal Eichen, - vor der Wende.
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Worüber schreibe ich heute meinen Text, vielleicht wie Blätter jeden Tag die gleiche
Melodie rauschen? Oder habe ich darüber schon geschrieben? Ich weiß es nicht mehr.
Aber das ist ja auch egal.. … Oder vielleicht doch nicht?
Nun gut, ich werde darüber schreiben, wie meine Tinte vertrocknet, darüber habe ich sicher
noch nicht geschrieben.
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Tap tap tap, Staub wirbelt auf. Die Rosen sind erblüht und strahlen rot. Ein riesiges Meer
von roter Pracht beim Sonnenuntergang.
Doch ich sehe nur die Blumen, welche heute Mittag noch verdorrt waren. Wie prächtig sie
doch aussehen. Die anderen? Ich nehme sie nicht wirklich war. Warum nur? Hmfff...
Warum nehme ich die älteren niemals wirklich war? Sind die Taten von Gestern
bedeutungslos im Augenschein von Heute; weil sie (die Taten) alle doch irgendwie gleich
sind?
...Warum fällt mir das erst jetzt auf?
Das Letzte was ich tun muss, bevor es schwarz wird, ist mit Ros-Marie zu reden. Wenn ich
das nicht tu, - wenn ich all meine Aufgaben nicht tu -, wird es niemals schwarz werden,
nicht für mich und nicht für die anderen Leute.
Aber muss es den schwarz werden, wenn binnen Sekunden der Kreis wieder von vorne
anfängt?
Darüber kann mit Ros-Marie nicht reden. Keiner würde die Einsamkeit einer Person teilen
können, die einmal wirklich jeden Tag anderes erlebte. Dort war alles anders, hier ist alles
gleich.
„Hallo, ich wartete auf dich.“ Was sollst du auch sonst tun, in einer Welt, wo alles gleich ist?
„Hier ist eine Tasse Tee. * nipp *“ „ Dankeschön“- Was bleibt mir den auch anderes übrig.
„Die Blumen wachsen heute wirklich wunderbar.“ Sie wachsen jeden Tag gleich.. „Ja, du
hast vollkommen recht.“
„ Also... glaubst du, dass die Zellen auf deiner Haut einfrieren können, wenn es zu kalt ist
und deswegen die Haut so rau wird?“... „ich habe gelesen, dass dies deshalb so ist, weil *
nipp * die Fettdrüsen bei unter acht Graf kein Fett mehr produzieren.“ „Aber warum nur?“
„Enzyme?, ich habe letztens etwas über sie gelesen (...)“ Natürlich last du etwas, dass ist ja
schließlich einer deiner Aufgaben.
„Hmm, heute ist wirklich ein anderer Tag“ „Wieso?“ „ Das ist das erste mal, dass wir über
das gleiche Thema sprechen und zusätzlich sagst du viel weniger“ „Hm kann sein“ „ Da ist
sie schon wider: diese Teilnahmslosigkeit“ Meine Augen und Augenbrauen spannen sich
etwas an, meine Lippen werden etwas schmaler. „ hmhm“ „Nein sie doch, normalerweise
bist du nicht so gereizt. Ich würde sogar heute soweit gehen, dass ich sage, heute ist alles
anderes!“ Ganz ruhig sein, ganz ruhig..
„ ÜBERHAUPT NICHTS IST ANDERES, JEDER TAG IST GLEICH, DU WEIST DOCH
ÜBERHAUPT NICHT WAS WAHRE ANDERSKEIT IST, DU, WELCHE IN EINER
WELT DER EWIGEN REPETITION LEBT!!!!!“
„ Hm? Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich nicht in einer ewig repetitiven Welt lebe. Jeder
Tag ist anderes“ lächerlich, wie sie das denkt, dabei weiss sie ja gar nicht, was ich einmal
erlebte.
„ * belustigtes lächeln * Ach ja, wie unterschied sich den dein Tag von all den anderen?
Hm?“ „ Nun, das ist einfach zu erklären, auch wenn sich manche Sachen überlappten,
bekam ich heute aber doch einen einbisschen schöneren Blumenstrauß“ „Aber du bekommst
doch jeden Tag einen Blumenstrauß!“ „ Aber ich bekam noch nie sooo einen schönen“ „ *
ein und aus atmen * nun gut, aber das alleine macht den Tag nicht anderes. * Arme
verschränken * “
„ Nun, ich las heute etwas über Enzyme, das habe ich noch nie gemacht, du warst heute so
anderes, die Blumen wuchsen anders, Die Vögel zwitscherten etwas lieblicher, du bist etwas
ehrlicher.. Und unser Gespräch ist interessant“ „ Sagst du mir etwa, dass ich langweilig
bin?“ „ * nip * Das - habe ich nie gesagt, du wolltest nur nie über solche Themen reden, wie
die Anderskeit. folglich ist es interessanter“ Was soll ich den auch mit jemanden, wie dir
darüber reden; du verstehst es doch nicht; du sagst hier bloß etwas von läppischen kleinen
Unterschieden, die überhaupt nicht zur Anderskeit gehören, sie (die Unterschiede) waren
nicht wie in dieser Welt - die ich einst erfuhr oder zu erfahren glaubte.
„ Das zählt nicht, dass sind nur deine eigenen Gefühlen zu immer gleichen Sachen, das ist
nicht wirklich anders, dass…“
„Was ist den sonst etwas Anderes ?“ „ Das ist, das ist.. Du kriegst immer noch jeden Kreis
einen Blumenstrauß, jeden Kreis redest du mit mir, das ist alles gleich,- alles sinnlos“
„ Hier, trink diese Tasse Tee“ kühler, aromatischer Tee umgibt meine Zunge und ich
schlucke. „ Und diese.“ Ich spucke den Tee aus, meine Zunge brennt, das ist wahrlich
ungenießbar, diese Hitze „ Was ist?, das waren doch beides nur eine Tasse Tee, oder etwa
nicht?; beide hatten eine Temperatur, der Unterschied ist irrelevant, ebenso wie Sensationen,
als du sie trankst. Also trink!“ „ Du bist verrüc…“ - - -! Bin ich verrückt, meinen eigenes
Gedankenmuster?; ist vielleicht - doch nicht alles gleich ? - Nein, ich muss noch einen
Versuch wagen, mich bestimmen, bestimmen, dass diese Welt immer gleich ist. Wahrlich,
ich will diesen Gedanken bei mir waren!
Ich, Ich * Hysterie wird stärker* „ Wir, wir, wir machen jeden Kreis das gleiche sinnlose
Zeug, welches immer, immer gleich ist!“ „Wir wählen unsere Aufgaben selber, somit auch
denen Kreis, sie machen für uns Sinn,- oder Spaß.“ „ Was für einen Sinn macht es denn,
Steine an ein und den selben Ort, jeden Tag zu legen?“ „ Für ihn macht es Sinn, er liebt die
Ordnung, selbst die kleinste Veränderung ist ein komplett anderes Frevel für in.“ Woher
weiß sie, über wen ich spreche? Sie kann über ihn nichts wissen, ebenso wie sie über die
wahre Anderskeit nichts weiß. Oder bin ich die, die falsch liegt?
„Nein, nein dass kann nicht sein, wo anders ist es alles anders, jeder Tag anders. Ich weiß
es, so glaub mir doch. Bitte!“ Ich kann die Tränen nicht stoppen, sie fließen einfach zu
zahlreich, zu andres, so, wie sie es noch nie taten.
„Ich glaube, du verstehst nicht recht, die Welt an sich - sie kann so verschieden und so
gleich sein, wie sie will - du wirst sie dennoch so sehen, wie du sie sehen willst. Verstehst
du nicht, dass die Welt für dich so gleich ist, weil du sie so gleich sehen willst? Du bist
deine eigene Gleichheit, deine eigene Sinnlosigkeit.“
Nein, das kann ich sein, warum sagt sie das, was ich so sehr versuchte zu verbergen. - Warte
– Fürchtete ich mich etwa vor meinem eigenen Ideal, war die Welt in der ich einmal lebte,
diese Welt hier, nur als ich eine andere war?
Stimmt es was sie sagte ? Es scheint als ob… Ich tatsächlich für mein eigenes Leiden
verantwortlich wäre.
Das alles wird zu viel, ich muss..
Ahhhhh Hilfe was soll ich nur tun?!
Ros-Marie steht auf ( und beendet somit das Gespräch).
Es wird Schwarz.

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