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Wirklich gut ! – bis Seite 356

Silke Scheuermanns Roman „Wovon wir lebten“ (2016 bei Schöffling & Co. Verlagsbuchhandlung GmbH erschienen) begleitet den zu Beginn elfjährigen Merten auf dessen Lebensweg und erzählt dabei eine Geschichte von Elend, Einsamkeit und Abgründen, während im Hintergrund stets die Frage pocht: Wofür lohnt es sich noch zu leben?

Merten ist elf, als er seinen ersten guten Freund Micha kennenlernt, auf einer morgendlichen Böschung, an deren Abhang Mertens sturzbetrunkene Mutter liegt und ihren Rausch ausschläft.

Mit Michas Vater, einem Schreiner, besuchen die beiden Jungs die Villa der Frau von Sternberg um Möbel für deren Nichte abzuliefern. Merten ist fasziniert von der Nichte Stella, gleichzeitig aber schockiert von den so unterschiedlichen Lebenswelten.

Merten beginnt außerdem in diesem Alter für eins seiner Vorbilder aus dem Viertel, den Ex Boxchampion und Box-Club-Besitzer Reiner März, als Drogenkurier zu arbeiten. Diese Arbeit findet ein plötzliches Ende, als Merten erst Koks aus Reiners Wohnung herausschmuggelt, um ihn vor einer Razzia zu schützen, Reiner dann allerdings den Spitzel der Polizei umbringt und dafür ins Gefängnis geht.

Mertens Leben verläuft weiter kurvig. Er beendet eine Ausbildung als Schweißer, findet eine Freundin und taumelt währenddessen in eine Sinnkrise. In der Vorstellung und Angst gefangen sein Leben würde sich Woche für Woche wiederholen, beginnt er größere Mengen Drogen zu konsumieren, um die Wochenenden voll auszukosten.

Seine Beziehung zerbricht nachdem seine Freundin ihn betrügt und er den Nebenbuhler schwerstens verprügelt. Immer noch von Sinnlosigkeit erfüllt, beginnt er eine Beziehung mit der älteren und stark drogenabhängigen Jenna. Diese Beziehung, die er erst als „reine Vögelfreundschaft“ bezeichnet, erlaubt es ihm alle Tabus zu und aus seinem tristen Alltag auszu-, brechen, während die beiden all ihre Fantasien ausleben.

Aufgrund einer kleineren Hanfplantage die Merten und Mischa sich aufgebaut haben, muss Merten für vier Tage in das Gefängnis: Isolationshaft. Dort fällt er erneut in eine Sinnkrise und verzweifelt fast.

Am darauffolgenden Wochenende beginnt Jenna erstmals von einem gemeinsamen Leben zu reden, Merten dreht durch und beendet die Beziehung. Nun ist es an der Reihe von Jenna zu verzweifeln und durchzudrehen. Es folgt eine kürzere Zeit, in der sie ihn stark verfolgt, belästigt und stalkt.

Im Drogenrausch und getrieben von innerer Verzweiflung attackiert Merten seinen Vorgesetzten, es folgt eine zweimonatige Therapie in einer psychiatrischen Einrichtung. Hier lernt Merten Peter seinen späteren Freund und Geschäftspartner kennen, der es sich in den Kopf gesetzt hat ein Restaurant zu eröffnen und Merten als Koch gewinnen möchte, was ihm auch gelingt.

Außerdem trifft Merten im Rahmen seiner Therapie erneut auf Stelle von Sternberg, die aufgrund einer Anorexie im benachbarten privaten Krankenhaus liegt. Sie möchte nach ihrer Therapie an einer Kunsthochschule studieren, was sie auch tun wird.

Nach Mertens Entlassung beginnt dieser in Frankfurt als Koch mit falschen Papieren einige Zeit sich auszuprobieren und sich nötige Fertigkeit beizubringen. Während dieser Episode nutzen ihm Peters Kontakte zur Unterwelt, der ihm Stellen und falsche Papiere verschafft.

Nach der Entlassung Peters einige Monate später, und nachdem dieser einen mysteriösen Investoren gefunden hat, kaufen die beiden sich zusammen mit Peters Ziehbruder Henning ein Restaurant, das sie „Happy Rabbit“ taufen. Die drei betiteln sich daraufhin spaßeshalber als „das Triumvirat“.

Das Restaurant läuft gut an, das mediale Echo nach der Eröffnung ist groß und bereits nach kurzer Zeit gibt es die erste Kunstausstellung von Stella im Restaurant, welche ebenfalls großen Erfolg hat. Stella und Merten sind während dieser Zeit zu einem Paar geworden, allerdings wird Merten, der aus einem so viel ärmeren Umfeld kommt, von starken Zweifeln an der Beziehung aufgrund des sozialen Hintergrunds geplagt. Diese Unterschiede werden vor Allem auf Vernissagen besonders deutlich, da Merten die gesellschaftlichen Regeln dieser Anlässe nicht bewusst sind.

Dieser Konflikt wird immer wieder thematisiert, auch als Jenna sich erneut meldet und versucht Zwietracht und Zweifel zu säen. Die Problematik spitzt sich dabei immer wieder zu, während Merten voller Verwunderung beobachtet, wie er sich seiner neuen gesellschaftlichen Rolle anpasst.

Nun taucht zu allem Überfluss auch noch der mysteriöse Investor auf. Es ist Reiner der nach seinem Gefängnisaufenthalt mit Fitnessstudios ein Vermögen verdient hat, einzig um seine Liebe wiederzugewinnen, die sich zu Mertens Kindertagen einem Konkurrenten mit mehr Geld um den Hals geworfen hatte.

Reiner möchte nun bei einem großen Essen im „Happy Rabbit“ seiner Angebeteten seinen neuen Reichtum vorführen und ihren Liebhaber einen anderen Fitnessclub-Besitzer vorführen. Dieser Plan misslingt vollkommen, als plötzlich die Hells Angels im Restaurant stehen um Stereoide zu verkaufen. Es kommt zu einer Messerstecherei an deren Ende Reiner tödlich verletzt erst auf dem Boden und dann im Krankenhaus liegt.

An Reiners Sterbebett erfährt Merten, dass seine Freundin Stella von Sternberg die zur Adoption freigegebene Tochter von Reiner ist.

Das Buch kann nun, da alle Handlungsstränge zusammengeflossen sind in der Happy-End-Szene eines großen, gemeinsamen Essens enden. Geladen sind dabei alle wichtigen Personen des Buchs.

Das Buch selbst hat als Hardcovertitel 519 Seiten und ist unterteilt in fünf Überkapitel die verschiedene Lebensabschnitte Mertens enthalten. Während die ersten drei Überkapitel bis zur Eröffnung des Restaurant noch durch fesselnde, düstere, detaillegetreue Schilderungen menschlicher Abgründe brillieren, nimmt die Qualität im vierten Überkapitel drastisch ab, als Leser*in erhält man den Eindruck, Frau Scheuermann lägen Happy-Ends nicht sonderlich.

Auch ähnelt das Happy-End mit einem Knall, der Inhaltlich sehr an Geschichten erinnert, wo das arme Bürgermädchen am Ende feststellt, dass sie doch eine Prinzessin ist und jetzt alle Standesprobleme behoben seien. Die Idee moderne Standesunterschiede anhand der Beziehung von Stella und Merten zu thematisieren ist gut, das Happy-End unrealistisch und gewollt.

Während in den ersten Kapiteln die Probleme einer Alkoholikerin fühlbar gemacht werden, Anorexie Patient*innen beschrieben werden, die sich nicht setzten wollen, weil stehen mehr Kalorien verbraucht und eindrücklich über die Eintönigkeit von Fabrikarbeit oder dem Leben im Allgemeinen philosophiert wird, finden im letzten Kapitel alle Fäden der Geschichte zusammen. Das wirkt zwar vorbereitet und gewollt, allerdings strapaziert Frau Scheuermann die Realität des sonst sehr realistischen Buches mit vielen unvermuteten Widersehen und Zufällen doch sehr.

Ähnlich verhält es sich mit der Art der Schilderungen und spannenden Perspektiven. Der Monolog, den Merten im Gefängnis mit sich selbst führt, ist ein Monolog der sowohl durch den knapp vorgetragen, aber emotionsschwangeren Inhalt als auch durch die Art der Schriftsetzung besticht und die Verzweiflung Mertens fühlbar macht. Ähnlich verhält es sich bei den Schilderungen von Mertens Kindheit, die durch den überwiegend frustrierenden und bedrückenden Ton, aber auch durch die kleinen Lichtblicke im Leben Mertens die Atmosphäre der dreckigen Wohnung mit Mertens auf der Couch schnarchenden, nach alkoholstinkenden Mutter deutlich macht.

Solch gelungene Schilderungen finden sich in den letzten beiden Kapiteln des Buches leider nicht mehr, was auch an den weniger aufrüttelnden beschriebenen Situationen liegen mag.

Der Roman ist ein Entwicklungsroman über einen jungen Mann. Ich als sich grade entwickelnde, junge und männlich-sozialisierte Person aus –glücklicherweise- einem gesünderen Umfeld als Merten finde die Entwicklung Mertens zwar spannend und fesselnd, allerdings bietet die Geschichte nur begrenzt viele Identifikationsflächen aufgrund der sehr extremen Lebensumstände unter denen Merten sich entwickelt, diese Umstände überschatten auch viele der feinen Änderungen die man in einem Entwicklungsroman genauso erwartet wie große Brüche.

Wollte man das Buch mit einem Gericht vergleichen, um ein dem Inhalt angemessenen Vergleich zu finden, müsste man es mit einer Fleischvorspeise vergleichen: Zu Beginn schmeckt sie wunderbar, doch am Ende fühlt man sich nicht satt und zufrieden. Und als jemand mit einer Abneigung gegen Gewalt, hat man Bauchschmerzen. Bei Frau Scheuermann nicht nur weil Tieren wehgetan oder Tiere ermordet werden, sondern auch wegen unangenehmen Situationen die Merten durchlebt.

Lecker ist die Vorspeise aber trotz alledem.

In diesem Sinne würde ich dem Buch „Wovon wir lebten“ einen Michelin-Sterne, von den drei möglichen, geben.

©2018 SchreibKunst-Blog/ Nicolai Koch (Q4)

Ist es nicht faszinierend, wie sie immer dasselbe tun, eine Endlosschleife aus aufwachen und schlafen, jedes Mal auf das Neue, wenn Sonne und Sterne abwechselnd über ihren Köpfen auf sie herabblicken?

Sie scheinen wie ferngesteuert, können nichts dagegen tun, sich nicht wehren, können nur diesem Drang folgen, diesem Trieb, der sie dazu auffordert, nach einer kleinen Weile, einem Bruchteil meiner Existenz, ihre Taten zu beenden und kurz darauf wieder aufzunehmen. Manchmal frage ich mich, ob sie es wissen – nicht, dass sie einen größtenteils festgelegten Ablauf in ihrer kurzen Lebensspanne haben, sondern dass sie es niemals werden ändern können.

Ich sehe sie, alle, diese kleinen Wesen, die in ihrer kleinen Welt davon träumen Großes zu vollbringen, größer als je einer vor ihnen und wie sie die bei dem Versuch ihr Leben und ihren Lebensraum zu erforschen beides zerstören, getrieben vom Wahnsinn des Wissensdurstes.

Manchmal, in letzter Zeit jedoch eher selten, weil es mich traurig macht, schaue ich mir eines der Leben von Anfang bis zum Ende genau an und beobachte Taten, Schritte, Emotionen, um mehr über sie zu erfahren. Ich weiß schon lange, sie sind nicht dumm.

In dieser kurzen Zeit, die ein Einzelner in dieser Welt verbringt, in diesem kleinen Leben, erschaffen, entdecken und lernen sie mehr als ich es jemals könnte oder können werde.

Das ist es aber nicht, was mich davon abschreckt, ein Individuum genauer unter die Lupe zu nehmen.

Grundsätzlich macht es mich stolz, in der Lage zu sein, solch intelligentes Dasein, wenn auch von weitem, beobachten zu können, Das, wovor ich Angst habe … Ach, ich weiß selbst nicht, was genau es ist, aber bei dem Gedanke fühle ich mich irgendwie so allein.

Ich habe gesehen, wie er auf die Welt kam. Von so weit weg stach er mir in das Auge, wie er nach mir griff mit seinen kleinen, zarten Fingern, mich anlächelte, so voller Freude und Leben. Auch als er heranwuchs, hörte er nicht auf damit.

Ich wuste nie, wie er von seinen Freunden genannt wurde, ich verstand ihre Sprache nicht, aber das war auch gar nicht nötig.

Wenn es dunkel wurde, dort, wo er wohnte, und ich vorbeischaute, begrüßte er mich auch wie die Abende zuvor mit demselben Lächeln, wie er es auch bei seiner Geburt getan hatte, und erzählte mir von Dingen, die ich zwar wörtlich nicht verstand, aber die Emotionen, die er dabei ausstrahlte, drangen klar und deutlich zu mir durch.

Er klang meistens traurig.

Als er an jenem Abend seine Hand nach mir ausstreckte und flüsterte „Ab Morgen bin ich bei dir. Dann bist du nicht mehr so allein.“- mit so viel Entschlossenheit, Sehnsucht und Verzweiflung, da verstand ich, und nichts in diesem Universum hat mir meine eigene Hilflosigkeit je so deutlich gemacht.

Dann schlief er ein, in dem Glauben, mit mir in dieser weiten, bunten und doch gleichermaßen kahlen Umgebung außerhalb seines Lebensraumes zusammen sein zu können, indem er nicht mehr aufwachte.

Ich vermisse sein Lächeln.

©2018 SchreibKunst-Blog/ Alena Endlicher (E2)

Sonntag, der 11.08.2018

Liebes Tagebuch,
ich liege gerade auf meinem neuen Bett in meinem neuen Zimmer in unserem neuen Haus in meiner neuen Stadt und denke über den ersten Tag in meiner neuen Schule nach, der schon morgen stattfinden wird. Sehr viele Neuheiten, oder?

So muss sich Harry Potter gefühlt haben, als er überraschend nach Hogwarts kam, einer ganz anderen Welt.

Ich weiß noch genau, wie unsere Mutter mit uns auf der Couch saß, wir GNTM schauten und sie uns sagte, dass wir umziehen werden. Natürlich waren wir total geschockt und haben total verpasst, wie Klaudia mit K rausgeflogen ist.

Na ja, auf jeden Fall sitze ich jetzt hier und betrachte stolz mein Outfit für morgen. Nachdem ich stundenlang alle Kleidungsstücke, die ich jemals besessen habe, anprobierte, kam zum Glück Mia und half mir bei meiner Suche.

Mia ist meine 13 Minuten ältere Zwillingsschwester, weshalb sie sich manchmal total erwachsen aufführt, aber man kann auch viel Spaß mit ihr haben. Genau wie ich hat sie blasse Haut, lange, dunkelbraune Haare und grüne Augen, um die uns ziemlich viele beneiden.

Im Gegensatz zu mir ist sie sportlich, weshalb sie auf so eine besondere Sportschule gehen wird, das GBS, und ich auf die Lichtenbergschule in Darmstadt.

OMG ich bin soooo aufgeregt!!! Morgen ist ein Neubeginn in meinem Leben. Der erste Eindruck zählt, das hat unsere Grundschullehrerin Frau Müller immer gesagt. Irgendwas von dem ganzen Geschwafel bleibt anscheinend hängen.

Montag, der 12.08.2018

Liebes Tagebuch,
gerade sitze ich im Atrium der Schule und genieße die letzten warmen Tage. Ich muss dir so viel erzählen, ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Ich hatte mir fest vorgenommen um 6 Uhr aufzustehen, aber ich war so müde…

Naja, dann wurde es doch halb sieben und ich hatte total den Stress, da ich mir auch noch eine Frisur von meiner Mutter machen lassen wollte. Nach einem olympiareifen Sprint zur Bushaltestelle, habe ich den Bus gerade noch so erwischt. Stell dir vor, statt 15 Minuten dauert die Fahrt jetzt fast eine Dreiviertelstunde?! Vor dem Unterricht musste ich noch zu dem Direktor, Herr Hiemenz, um mich anzumelden. Da ich schneller fertig war als erwartet, habe ich schon einmal meinen Klassenraum mit der Nummer 315 aufgesucht, mich an einen Fensterplatz gesetzt und ein Buch gelesen. Für mich ist es unvorstellbar, dass ich mich jemals in dieser Schule zurechtfinden werde. Dann kamen nach und nach meine neuen Mitschüler herein, begrüßten sich nach den langen Ferien enthusiastisch und beäugten mich mit neugierigen und befremdlichen Blicken, aber keiner kam zu mir. Irgendwie machte mich das traurig, weil ich daran denken musste, wie meine Freundinnen mich begrüßt und mir von spannenden Ferien erzählt hätten, aber jetzt sitze ich hier ganz alleine.

Drei Minuten und siebenundzwanzig Sekunden nach Unterrichtsbeginn betrat die Klassenlehrerin der 8d den Klassenraum. Sie heißt Frau Perthes, ist echt nett und lustig, da sie einen interessanten sowie auffallenden Kleidungsstil besitzt und gelegentlich Tänze im Unterricht aufführt. Ich hab viel gelacht, aber es war trotzdem ein komisches Gefühl die „Neue“ zu sein und nach einer Stunde hat sich mein Kopf angefühlt, als würde er vor lauter Matheformeln gleich explodieren.

In der dritten und vierten Stunde hatten wir Englisch und wir ich konnte bei Conditional III glänzen, da wir das schon auf unserer alten Schule hatten. Irgendwie vermisse ich mein altes Zuhause, die alte Klasse, das alles.

Mittwoch, der 15.01.2019

Liebes Tagebuch,
Hallo mal wieder. Ja, ich weiß ich habe sehr lange nicht geschrieben, aber das lag einfach daran, dass so viel passiert ist und ich dich in dem ganzen Stress total vergessen habe. Wir hatten Probleme mit unserer Wohnung, da dieser idiotische Vermieter nichts von den undichten Rohren gesagt hat. Außerdem ist unsere Schule auf unerklärliche Weise verschwunden! Vom einen auf den anderen Tag war sie weg. Und der Schulleiter gleich mit. Die ganzen anderen Lehrer bedauerlicherweise nicht. Das hat ein rieeeeesieges Aufsehen erregt und wir kamen sogar in die Zeitung! Ich war vorher noch nie in der Zeitung. Oh nein! Passt zwar gerade nicht, aber mein Ohrstecker ist auf Mias flauschige Decke gefallen und verschwunden. Eigentlich wie unsere Schule. Passt also doch irgendwie. Haha!

Ich hab dir hier den Zeitungsartikel mal abgeheftet.


Donnerstag, der 14.2019

Liebes Tagebuch,
neuerdings werden wir in Containern auf unserem alten Schulgelände unterrichtet. Unser neuer Schuldirektor, Thomas Schmidt, ist echt cool und behält trotz allem die Ruhe, obwohl viele Schüler die Schule gewechselt und gefühlt die Hälfte der Lehrer gekündigt hat. Allerdings haben sie uns zum Abschied zur Beruhigung ihres Gewissen viele von diesen hässlichen Wackelkopf-Stiften geschenkt. Da wir jetzt zwei Wochen unerwartete Ferien hatten, übertreiben die Lehrer jetzt total mit den Hausaufgaben und Arbeiten. Ich glaube, die sind alle übergeschnappt!!!

Auf jeden Fall schreiben wir morgen einen Franz-Test und einen Vokabeltest in Englisch beim guten alten Steiner. Merke: Pollution = Luftverschmutzung!!!

Donnerstag, der 02.07.2019

Liebes Tagebuch,
morgen ist mein letzter Schultag und es kommt mir so vor als ob ich erst gestern diese Schule zum ersten Mal betreten hätte, die übrigens wieder aufgetaucht ist. Morgen werde ich sie sozusagen zum zweiten ersten Mal wieder besuchen. Der zurückgekehrte Schulleiter, der übrigens zum Zeitraum der unerklärlichen Abwesenheit der Schule unter Gedächtnisverlust leidet, hat gestern eine wunderschöne, einstündige!!! Rede über die Tatsache, wie ungewiss das Morgen doch ist, gehalten.

Dabei ist mir eins klargeworden: Wer weiß schon was oder übermorgen geschieht? Vielleicht ist die Schule morgen wieder verschwunden. Wer kann das schon sagen? An meinem ersten Schultag war ich sehr aufgeregt, weil ich noch keine Ahnung davon hatte, was kommen wird. Das weiß man aber nie. Aber wozu aufgeregt sein? Man weiß doch sowieso niemals, was passiert und ich finde, dass man das Leben leben und genießen sollte, so, wie es kommt und nicht über morgen nachdenken muss. Aber diese Gedanken verwirren langsam also ich höre jetzt besser mal auf.

©2018 SchreibKunst-Blog/ Sophie Schönrock & Lea Wallrabenstein (8d)


"Der Flüchtling"

Krieg!
Überall Panzer, Explosionen und Gewehrfeuer. Viele Menschen flüchten, auch ein kleiner Junge mit seiner Mutter. Der Vater ist auf der Flucht durchs Land tödlich verwundet worden.
Sie wollten gerade auf ein Boot rennen, da geschieht es. Soldaten! Sie eröffnen das Feuer auf die Flüchtenden. Der Junge und die Mutter rennen. Der Junge rettet sich aufs Boot. Da, die Mutter wird von einer Salve getroffen, stürzt und tut ihre letzten Atemzüge. Der Junge –nun ein Waisenkind- weint. Doch es ist noch nicht vorbei, die anderen Flüchtlinge auf dem Boot zerren ihn weg, weg von der Reling. Die Soldaten schießen weiter. Manche auf dem Boot werden getroffen und stürzen ins Wasser. Doch das Boot entkommt. Jetzt werden die Verwundeten verarztet. Viele erliegen ihren Verletzungen. Nach Wochen sehen sie Land. Ja! Land! Das ferne Europa ist erreicht. Doch da, Wolken ziehen auf. Ein Gewitter! Es regnet in Strömen, die Menschen versuchen, das Wasser aus dem Boot zu schöpfen. In der Ferne das Land und…Ein Schiff!
Der Junge schreit wie wild, das Schiff wendet, kommt näher. Einige, darunter der Junge, werden gerettet. Doch viele sind schon ertrunken.

Ein Jahr später...
Mohammed läuft die Straße zur Schule entlang und sieht auf der anderen Straßenseite einen Syrer. Das erinnert ihn an ein Ereignis vor einem Jahr. Er zieht ein Bild aus der Hosentasche. Es zeigt eine Frau mit einem Kind auf dem Arm.
©2017 Pegasus AG/ Lukas Lückert[6D]

"Ihr Versprechen"


Morgen werde ich sterben.
So hat es meine Schwester gesagt und so wird es auch sein. Sie hat es mir ins Ohr geflüstert, ohne zu wissen, dass ich sie hören kann.

Meine Schwester und ich hatten viel geredet. Darüber, was wir später machen wollen und was wir mitunserem Leben anfangen. Und auch darüber, was wir machen würden, wenn einer von uns todkrank wäre.
Zu diesem Zeitpunkt waren wir uns einig, dass wir einander helfen
würden. Doch dass es wirklich so kommen konnte, hätte niemand von uns gedacht.
Ich mochte meine Schwester sehr. Und auch sonst war mein Leben total in Ordnung. Ich hatte viele Freunde und nette Eltern, die mir immer zur Seite standen und mit denen ich mich sehr gut verstanden hatte. Doch dieser eine Tag änderte mein ganzes Leben.
Wie so oft ist unsere Familie an den kleinen See nahe unseres Hauses gefahren. Was genau wir dort gemacht haben, weiß ich nicht mehr. Und auch sonst habe ich alle Erinnerungen an diesen einen Tag verloren. An meinen letzten Tag. Das ist das, was mir am meisten zu schaffen macht.
...weiterlesen "Geschichte “Ihr Versprechen”"

1. Platz des 10. LuO-Literaturwettbewerbs 2016 der Jgst. 7-9
Geschichte:

"Wer bin ich?"


Was wäre wenn..? Diese Frage verfolgt mich seit Tagen. Ich kann nicht schlafen, nicht essen, und sogar meine Haare fallen mir aus. Egal wohin ich gehe, sie verfolgt mich wie mein Schatten. Aber es ist nicht meiner, sondern Pierre. Er sollte jetzt hier stehen, und auf die Ansage des Moderators warten. Aber da bin nur ich, und ich fühle mich, als würde ich ihm seinen Traum wegnehmen. Ich weiß ja nicht einmal,ob ich das Leben, das mich außerhalb des Vorhangs, der mir die Sicht zur Tribüne verbaut, erwartet, überhaupt leben will. Pierre wusste mit jeder Faser seines Seins, dass er es wollte, mehr, es war sein Lebensziel. Ich wollte es auch, bis zu dem Moment, der alles veränderte. Um das zu erklären, muss ich zehn Jahre zurück greifen…
Es war der heißeste Tag des Jahre 1901. Die Hitze lag bedrückend auf jedem von uns. Niemand bewegte sich an diesen heißen Tagen mehr als nötig. Das ist wahrscheinlich der Grund, weshalb mich die Leute so anstarrten: Ich sprintete durch die Straßen und quetschte mich durch die Leute, die nicht rechtzeitig wegsprangen. Meine Lunge überschlug sich fast, meine Füße waren platt getreten und meine Kehle sehnte sich nach Wasser, trotzdem rannte ich weiter, bis ich das unscheinbar wirkende gelb gestrichene Haus erreichte.
Als ich die Wohnung betrat, begrüßte mich der wohlige Duft von frisch gebackenem Croissant, „Pierre, Pierre der Herr Marion hat mir einen Tipp gegeben, ich werde nächstes Jahr den Prix Gegner gewinnen!Ist das nicht unglaublich?“ „ Das ist wunderbar, aber sag, hast du nicht schon letztes Jahr den Preis gewonnen?“, fragte er und hielt mir ein Croissant hin. „Ja, das stimmt, aber du weißt doch, damals ist nicht alles mit rechten Dingen zugegangen“,nuschelte ich gegen das in meinen Mund gestopften Croissant an, „Und das ist noch nicht alles!“ „ Nicht?“,fragte Pierre erstaunt.„ Auf Grund meiner vielen Kontakte, kann ich sagen, dass sie, auf Grund ihres Siegs beim Prix Gegner auf die finanzielle Unterstützung der Akademie des sciences bauen können“, imitierte ich für meinen Geschmack fast zu gut die näselnde Stimme des Herren Marion.
Wir saßen noch lange da,aßen Croissants, und fühlten uns seit langem endlich wieder lebendig.Seit Monaten hatten wir vor Arbeit kaum noch Zeit für den Anderen gehabt. Aber an diesem Tag war einfach alles perfekt.
Rückblickend würde ich sagen, dass das der Tag war, an dem ich endlich dazugehörte. Der Preis war der kleine Anstoß, den ich gebraucht hatte, um es zu schaffen. Ab diesen Tag fühlte ich mich wie eine echte Wissenschaftlerin. Ja, ich experimentierte schon vorher, und hatte sogar 1899 mir Pierre den Nobelpreis in Physik gewonnen, aber jetzt wurde ich anerkannt, und nicht als die Gattin von Pierre, nein, sondern als waschechte Wissenschaftlerin! Ich bekam noch oft kleine Preise und Unterstützungen, aber sie verloren irgendwann die Bedeutung für mich. Ich steuerte ein neues Ziel an:
meinen Nobelpreis. ...weiterlesen "Geschichte “Wer bin ich?”"

Es war ein schöner Sommertag. Die Sonne schien mir ins Gesicht und die Vögel zwitscherten ihre schönste Melodie. Ich war gerade mit meinen Schulaufgaben fertig geworden und saß nun im weichen gras vor unserer Haustür. Ben hatte sich einige Tage zuvor mit unserem Nachbarsjungen angefreundet und spielte nun mit ihm Basketball. Ich hätte zwar fragen können, ob ich mitspielen darf, aber ich wollte die beiden nicht stören. Also machte ich mich auf den Weg um die unbekannte Gegend zu erkunden. Wir wohnten in einer amerikanischen Vorstadt von Los Angeles und waren erst drei Tage zuvor angekommen, weshalb alles noch neu und unbekannt war. Vielleicht fühlen sich andere unwohl, wenn sie nichts und niemanden kennen, aber für mich ist es jedes mal einen Möglichkeit Neues kennen zu lernen. Also freute ich mich an diesem Tag darauf meine Umgebung zu erkunden. Als erstes lief ich etwas in unserem Block herum, bis ich eine wunderschöne Wiese entdeckte. Überall wuchsen bunte Blumen und Insekten lieferten sich einen Kampf um die schönsten von ihnen. Ich rannte in die Mitte der Wiese, legte mich auf den Boden und schaute zu den Wolken hoch. Eine von ihnen hatte die Form eines überdimensionalen Vogels mit drei Flügen. Zumindest sah sie für mich so aus. Der Rest meiner Familie sah immer etwas anderes in den Wolken als ich. Für sie wäre die Wolke vielleicht ein Indianer oder ein Fisch. So war es oft mit meiner Phantasie. Sie war einfach zu abstrakt. Das war wahrscheinlich auch der Grund warum andere oft sagten, meine Vorstellungen wären falsch. Aber wie kann etwas nicht richtig sein, auf das niemand eine Antwort hat?
...weiterlesen "TORI"

Schnell versteckte ich mich hinter einer Kommode. Hinter der Kommode roch es muffig und meine Arme waren voller Spinnenweben. Die Schritte kamen immer näher. Mein Herz klopfte laut und ich bekam Gänsehaut. Ich konnte gerade erkennen dass die Gestalt einen Sack auf dem Rücken schulterte. Die Schritte stoppten. Hatte mich die Person entdeckt? Mir lief ein Schauer über den Rücken. Die Gedanken purzelten mir durch den Kopf. Ich überlegte, vielleicht hatte diese Grausame Gestallt eine Leiche im Sack. Den Gedanken wollte ich schnell wieder loswerden. Die Person lief weiter. Durch ein kleines Fenster viel ein Lichtschein. Gerade so konnte ich erkennen das der Mann kurze Harre hatte. Konnte das sein? Mein ...weiterlesen "Das Treppenhaus"

Winter

Hallo, ich bin Adnil Seilewerd der Grashalm. Gerade ist Winter. Über mir liegt eine dicke Schneeschicht. Sehr kalt. Aber bald ist Frühling, da werde ich wieder zurück geschnitten. Leider. „Adnil mein kleiner Schnuckelschatz, was machst du denn schon wieder?“ kommt es gedämpft von Tante Ladin-Inald. Mit Absicht antworte ich Tante Ladin-Inald nicht. Immer nervt sie mich damit. Sie ist ein besonders dicker Stroh…Äh ich meine Grashalm. Stapf, Stapf. Och nee, wieder meint ein Mensch er müsste geradewegs über uns drüber laufen. täglich sehe ich zu, wie einige meiner Sorte einfach umgeknickt werden. Aber manchmal tut mir das gar nicht leid. Zum Beispiel bei Tante Ladin-Inald dem dicksten Grashalm auf Erden, würde es mir überhaupt nicht leidtun. Alle um mich rum sind meine Verwandten. Ich habe 300 439 Tanten und 298 385 Onkels. Dazu kommen noch 598 827 Geschwister und 83.698.581 Cousinen und Cousins. Wie ich sagte, sehr viele Verwandte.

Frühling

Endlich ist der Schnee geschmolzen und ich wiege mich im Wind. Da gibt es bloß eine Sache, die nicht ganz so toll ist. ...weiterlesen "Das Jahr von Adnil"

Es war einmal ein kleiner Junge namens Oskar. Er war acht Jahre alt und ein absoluter Fan von alten Ritterburgen. Eines Tages stellte er sich auf einen großen Hügel, der ganz nah bei sich zu Hause war. Er suchte nach einer Burg, denn ihm war mal wiedersehr sehr langweilig. Auf einmal sah er etwas braunes. Erst dachte er, es wäre eine Kirche, doch dann zog er seine neue eisblaue Sonnenbrille ab und sah, dass es doch eine richtige Ritterburg war. Er freute sich und schoss gleich mal ein Foto. Als er wieder bei sich zu Hause ankam und anklopfte, war er immernoch stolz
auf sich. Und als seine nette Mutter Karolin im die Tür öffnete, plapperte er sofort drauf los und kam garnicht mehr zum Ende. Am nächsten Tag ging er mit seiner Mutter zum Fotoladen und entwickelte das Foto, dass er geschossen hatte. Zuhause stellte er das Bild mit einem schönen Rahmen in seinem Kinder- zimmer auf. Denn dort hat er eine ganze Sammlung von Burgen die er bereits gefunden (gesehen) oder besichtigt hat. Und dann freute sich Oskar schon auf das nächste mal, wenn er wieder eine Burg findet!
©2017 Projekt "SchreibKunst"/ Apfelblüte

Es war einmal ein Maurer, welcher Florian hieß. Er fand eines Tages ein altes Buch in seinem Keller,welches einen brozenen Einband besaß. In den Einband war eine Katze eingeritzt. Als er das geheimnisvolle Buch öffnete, sprach eine Stimme:,,Suche am Muschelgraben. Dort wirst du finden, einen Schatz, der Wasserkatze Mory.“ Die Stimme verschwand und Florian klappte das Buch zu.

Es war ziemlich groß, sodass es nicht in seine Tasche passte. Also musste er zum Rucksack greifen. Florian überlegte wie er zum Muschelgraben kommen könnte, denn dieser liegt 280 meter unter dem Meeresspiegel. Es war unmöglich für ihn da runter zu tauchen, doch dann fiel ihm ein Uboot ein. Dieses kann tief tauchen und hat Fenster zum heraus schauen. Er rief sofortdort an um eine Priva Fahrt zu buchen. Zum Glück klappte es. Als er eine Woche späer zur Ubootstation lief, war er sehr aufgeregt. Endlich angekommen, setzte er sich ins Uboot hinein und es fuhr los, durch die Tiefen des Ozeans. Florian fragte die Besatzung ob sie auch zum Muschelgraben fahren könnten. Sie antworteten mit ja!

Auf einmal sah Florian etwas Goldenes, ...weiterlesen "Das Goldene Unterwasser Amulett"

Ich stelle mir diese erfundene Person so vor: Ajan Jaan Dehl ist ein acht Jahre alter geflüchteter Junge aus dem Osten Syriens. Er will in einem anderen Land ohne Krieg leben und dort zur Schule gehen. Seinen Vater Jüel hat er im Krieg bereits verloren. Er ist nur noch auf seine Mutter angewiesen. Nun ist Ajan Jaan mit seiner Mutter in einem Zeltlager im Irak untergebracht worden. Doch leider ist es dort auch nicht sicher. Noch dazu ist es laut eng und schmutzig. Er wünscht sich einfach nur ein neues Zuhause. Mit anderen Jungs die er dort kennengelernt hat, spielt er am liebsten Fußball. Darüber freut sich seine Mutter. Ach übrigens, Ajan Jaan hat braune Augen und dunkelbraune Haare. Außerdem ist er ziemlich klein und ein wenig schüchtern. Oft weint Ajan Jaan und denkt an seinen lieben Vater.

©2016 Projekt "SchreibKunst"/ Apfelblüte