{"id":982,"date":"2018-06-12T00:00:44","date_gmt":"2018-06-11T22:00:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.luo-darmstadt.de\/schreibkunst\/?p=982"},"modified":"2018-06-11T18:40:37","modified_gmt":"2018-06-11T16:40:37","slug":"noerdlich_von_nirgendwo_der_hund_im_zauberschrank","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.luo-darmstadt.de\/schreibkunst\/noerdlich_von_nirgendwo_der_hund_im_zauberschrank\/","title":{"rendered":"Der Hund im Zauberschrank"},"content":{"rendered":"<p>Warum muss mich Theo immer zu diesem bl\u00f6den Zauberer mitnehmen?<\/p>\n<p>W\u00e4re da nicht diese eingebildete Katze, w\u00e4re es vielleicht ganz am\u00fcsant, aber nein \u2013die Katze Odina muss mich immer aufziehen wegen jeder Kleinigkeit.<\/p>\n<p>Am schlimmsten ist es, wenn sie Theo auslacht, wenn er einen Fehler macht, denn er will Zauberer werden wie Persky. Also, wenn Odina Theo auslacht, werde ich w\u00fctend \u2013 nein, turbomegaextremw\u00fctend und dann renne ich auf Odina zu und will ihr in den Schwanz bei\u00dfen und sie hat nichts besseres zu tun als Persky zu sagen \u201eDer K\u00f6ter \u00e4rgert mich\u201c , und er sagt wie immer zu Leo, dass er mir sagen soll, dass ich leise sein soll.<\/p>\n<p>Mann, wenn ich nur diese Goudageplauderkekse finden w\u00fcrde, die Persky Odina gegeben hat, damit sie mit ihm spricht. Wenn ich sie auch essen w\u00fcrde, k\u00f6nnte ich erz\u00e4hlen, was Odina Theo antut. Na gut, das war genug Vorgeschichte. Oh halt, ich habe vergessen zu sagen, wie ich hei\u00dfe: Ich hei\u00dfe Mat. Also, jetzt kann es losgehen:<\/p>\n<p>An einem dieser Tage hatte ich keine Lust mehr auf Odina und bin in einen Schrank geklettert. Der Schrank war reich verziert und von innen war er mit weichem Samt bezogen. Wie ich sp\u00e4ter erfahren w\u00fcrde war dies nicht irgendein Schrank, sondern ein Zauberschrank. Das Problem war, dass Odina wusste, wie der Schrank funktioniert. Ich wusste es nicht.<\/p>\n<p>Auf alle F\u00e4lle war ich pl\u00f6tzlich weg.<\/p>\n<p>Was mich au\u00dferdem wunderte war, dass ich pl\u00f6tzlich ein Bordercollie war.<\/p>\n<p>Ich lag auf dem Boden, um \u00fcber den Schock hinwegzukommen, als pl\u00f6tzlich ein M\u00e4dchen kam und \u201eFlanke\u201c rief. Ich schaute mich um, um zu schauen, wo Flanke ist \u2013 vielleicht ein netter Hund, der mir alles erkl\u00e4rt? Aber zu meinem Entsetzen schaute sie mich nun an und sagte wieder: \u201eFlanke, komm endlich, Bewegung tut gut!\u201c<\/p>\n<p>Also richtete ich mich m\u00fchsam auf und trottete dem M\u00e4dchen hinterher. Als wir am Esszimmer vorbeikamen, sagte eine Frau zu dem M\u00e4dchen: \u201eGute Idee, Mia, geh\u00b4 mit Flanke spazieren und schau\u00b4 dich ein bisschen um in Potthaven.\u201c Also, ich fasse noch mal zusammen (f\u00fcr die, die den Text nur \u00fcberflogen haben und mein Schicksal dann doch interessant finden):<\/p>\n<p>1. Ich wurde wegen dieser bl\u00f6den Katze durch einen Zauberschrank irgendwo hingebracht.<\/p>\n<p>2. Ich stecke in einem Bordercollliek\u00f6rper fest und werde mit dem Namen Flanke gerufen.<\/p>\n<p>3. Diese Mia scheint auch nicht freiwillig hier zu sein, was bedeutet, dass ich eine Seelenverwandte habe.<\/p>\n<p>Wir gingen nun zu einem kleinen Strand. Pl\u00f6tzlich setzte sich Mia in den Sand und fing an zu erz\u00e4hlen. \u201e Ach Flanke, wie gerne w\u00fcrde ich jetzt mit meinen Freundinnen einkaufen gehen oder im Kino sitzen. Aber nein, Opa ist verschwunden und wir m\u00fcssen unbedingt in diesem Kaff Oma unterst\u00fctzen.\u201c Auf einmal fing sie an zu schluchzen. Tr\u00f6stend legte ich meinen Kopf auf ihre Beine. Sie dankte mir leise.<\/p>\n<p>So sa\u00dfen wir eine Weile einfach nur da und schwiegen. Sie ging ihren Gedanken nach und ich meinen. Meine Gedanken widmete ich Theo. W\u00fcrde ich je wieder zur\u00fcckkommen? Oder werde ich f\u00fcr immer hier feststecken? Ich wusste es nicht.<\/p>\n<p>Mit einem Ruck stand Mia auf und sagte: \u201e Flanke, wir m\u00fcssen zur\u00fcck, es ist schon sp\u00e4t!\" Auf dem Weg zur\u00fcck trafen wir auf einen Jungen mit einem Hund.<\/p>\n<p>Der fremde Hund und ich spielten ausgelassen miteinander. Wie sich sp\u00e4ter herausstellte, hie\u00df der Junge Peter. Als wir ankamen, sa\u00dfen Mias Oma und Mias Mutter im Gastraum des Pubs und bliesen Tr\u00fcbsal.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag passierte etwas Aufregendes. Also, Mia ging wieder mit mir an den Strand und wir spielten St\u00f6ckchen. Als sie den Stock etwas weiter warf, roch ich pl\u00f6tzlich Krebse! Ich musste sofort dorthin! Als ich losrannte, versuchte Mia verzweifelt, nach mir zu greifen, aber nichts konnte mich stoppen. Mein guter Geruchssinn f\u00fchrte mich auf ein Boot. Da ich von den Krebsk\u00f6rben nicht abzubringen war, blieb Mia nichts Anderes \u00fcbrig, als mir nachzusteigen.<\/p>\n<p>An Bord entdeckte sie etwas Funkelndes. Das Funkeln kam aus einer Kiste. Neugierig schaute sie hinein und fand ein Tagebuch. Naja, da ich nicht lesen kann, bin ich r\u00fcber zu Mia gelaufen in der Hoffnung sie liest mir vor. Leider war sie so vertieft, dass sie mich nicht bemerkte. Schade, eigentlich.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chsten Tage fasse ich nur kurz zusammen, weil ich ja keinen Roman erz\u00e4hlen  will.<\/p>\n<p>Mia schrieb an DeeDee, die Tagebuchbesitzerin, dass es ihr leid tut, dass sie etwas vom Tagebuch gelesen hat und dass sie denkt, sie k\u00f6nnten gute Freunde werden. Auf jeden Fall wollten sie sich treffen. Am Tag des Treffens gab es dort wo DeeDee wohnte ein Unwetter, so dass DeeDees Vater sie nicht mitnehmen wollte. Bei uns war das Wetter aber tipp topp. Am Strand traf Mia Peter, sie erz\u00e4hlte ihm alles und er schlug vor, DeeDee abzuholen, worauf sie mit dem Boot ein St\u00fcck hinausfuhren. Doch Mias Mutter pfiff sie zur\u00fcck. Peter versprach Mia, das Boot zur\u00fcckzufahren.<\/p>\n<p>Am Tag darauf sa\u00df eine fremde Familie am Tisch bei Mia. Einem M\u00e4dchen in Mias Alter rollte eine Tr\u00e4ne die Wange herunter, denn ihr Bruder war verschwunden.<\/p>\n<p>Die Familie wollte einen Zettel mit dem Foto des Jungen im Fenster aufh\u00e4ngen. Mia wollte das \u00fcbernehmen. Als sie das Foto sah, wurde sie kreidebleich, denn auf dem Foto war niemand Geringeres als Peter.<\/p>\n<p>Er musste rausgefahren sein, trotz seines Versprechens. Ich wollte Mia unbedingt helfen, doch dann wurde mir pl\u00f6tzlich ganz \u00fcbel und dann wurde mir auch noch schwarz vor Augen.<\/p>\n<p>Ich streckte mich. Mein K\u00f6rper f\u00fchlte sich wie eingerostet an. Pl\u00f6tzlich wurde mir auf einmal wieder klar, was geschehen war. Ich machte mir gro\u00dfe Sorgen um Leo. Er hatte mich bestimmt schrecklich vermisst. Mit einem Satz sprang ich aus dem Schrank und schaute mich panisch um. Doch sofort fiel mir auf, dass alles genauso wie vorher war und ich anscheinend nur durch den Raum, aber keineswegs durch die Zeit gereist bin. Schlagartig wurde mir klar, wie sehr ich Theo vermisst habe. Ich sprang auf ihn zu und schlabberte sein ganzes Gesicht ab.<\/p>\n<p>Ich war und bin heute immer noch der gl\u00fccklichste Hund der ganzen Welt.<\/p>\n<p>\u00a92018 SchreibKunst-Blog\/ (Liz) Clara Drewelies (8f)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum muss mich Theo immer zu diesem bl\u00f6den Zauberer mitnehmen? W\u00e4re da nicht diese eingebildete Katze, w\u00e4re es vielleicht ganz am\u00fcsant, aber nein \u2013die Katze Odina muss mich immer aufziehen wegen jeder Kleinigkeit. Am schlimmsten ist es, wenn sie Theo auslacht, wenn er einen Fehler macht, denn er will Zauberer werden wie Persky. 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