{"id":839,"date":"2018-05-24T00:00:32","date_gmt":"2018-05-23T22:00:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.luo-darmstadt.de\/schreibkunst\/?p=839"},"modified":"2018-05-26T12:48:15","modified_gmt":"2018-05-26T10:48:15","slug":"die-zeit-und-ich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.luo-darmstadt.de\/schreibkunst\/die-zeit-und-ich\/","title":{"rendered":"Die Zeit und ich"},"content":{"rendered":"<p>\"Marie, kommst du jetzt?\", fragte meine Mutter mich genervt. Ich stand gerade vor meinem Spiegel und k\u00e4mmte mir die Haare. Wir waren sp\u00e4t dran, aber das ist bei uns normal. Nur mein Vater ist immer schnell fertig. Wir fahren zu meiner Tante Larissa, die Erfinderin ist. Sie ist echt verr\u00fcckt und ihre Erfindungen sind wirklich komisch. Doch ich mag sie sehr. Sie hat heute Geburtstag. Ich habe meine beste Freundin Leonie gefragt, ob sie<br \/>\nmitkommt. Sie hat geantwortet: \"Ich muss leider mit meiner Familie in den Zoo.\" Dabei hat sie gest\u00f6hnt und die Augen verdreht.<\/p>\n<p>Als wir bei meiner Tante ankamen, sangen wir eines dieser \u00e4tzenden Geburtstagslieder. Weil ich ziemlich Durst hatte und die Sonne knallte, wollte ich mir ein Getr\u00e4nk holen. Ich ging in Larissas Haus und guckte mich um. \u00dcberall standen Erfindungen von ihr. Manche waren riesengro\u00df und manche waren so klein, dass man sie fast nicht sehen konnte. Auf dem Boden waren lauter Kabel. Auf einmal sah ich ein gro\u00dfes Etwas vor mir. Es war ungef\u00e4hr so gro\u00df wie ich, und es kam grelles Licht raus. Ich fragte mich, was es kann. Doch ich ging vorbei und holte mir mein Lieblingsgetr\u00e4nk, Multivitaminsaft. Ich dachte gerade an meine kleine Schwester, die ganz bald kommen w\u00fcrde. Meine Mutter ist schwanger. Wir haben beschlossen, dass sie Emma hei\u00dfen wird.<\/p>\n<p>Auf einmal riss mich etwas aus dem Gedanken. Ich stolperte \u00fcber ein dickes Kabel und flog direkt auf die Erfindung zu, die ich mir zuvor noch so genau angeguckt habe. In diesem Moment passierten so viele Dinge, dass ich es gar nicht beschreiben kann. Es war so wie in einer Zeitlupe. Mein Glas fiel mir aus der Hand und der Multivitaminsaft kippte auf die Erfindung. Gleich darauf folgte ein greller Blitz aus der Maschine, der mich so arg blendete, als ob 100 Scheinwerfer auf mich gerichtet w\u00e4ren. Als n\u00e4chstes zersplitterte das Glas auf dem Boden. Dann fiel ich in das grelle Licht der Erfindung rein. Im n\u00e4chsten Moment knallte ich auf den Boden auf. Es klang so, wie wenn man mit der flachen Hand auf einen Gymnastikball schl\u00e4gt. Ich lag auf dem Boden mit geschlossenen Augen und r\u00fchrte mich nicht. Ich sp\u00fcrte den Schmerz in meinem ganzen K\u00f6rper. Ich sp\u00fcrte das Blut, das mir aus dem Finger tropfte, weil ich mich an einer Scherbe geschnitten hatte. Doch ich wurde von einem Babyschreien gest\u00f6rt.<\/p>\n<p>Ich machte die Augen auf und erschrak mich so derma\u00dfen, dass ich einen kleinen Schrei ausstie\u00df.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nIch war nicht da, wo ich vorher war. Besser gesagt, ich war in meinem Haus. Es schwirrten mir tausend Fragen auf einmal durch den Kopf. Hatte ich etwa alles nur getr\u00e4umt? Doch ich sp\u00fcrte noch immer den Schmerz. Wo kam das Babyschreien her? Eines war klar, ich musste hier wieder raus. Wo ein Eingang ist, ist auch ein Ausgang. Ich guckte hinter mich. Dort war nur ein Bilderrahmen mit meinem Lieblingsspruch. Doch er stand nicht mehr da! Dort stand: \"Schreibe den Namen von dem Neuen hier an die Wand!!!\" Ich glaube, das war eine Aufgabe. Aber ich war so aufgeregt, dass ich in dem Moment nichts begreifen konnte.<\/p>\n<p>Dann erschrak ich mich zum zweiten Mal an diesem Tag. Meine Mutter lief gerade durch mich durch! Ich wollte ihr schon alle Fragen stellen, die ich hatte, doch sie nahm mich nicht wahr und hatte etwas auf dem Arm. N\u00e4mlich ein Baby. Ich wollte mich schon freuen, doch da erkannte ich, dass es ein Junge war. Ich sp\u00fcrte Entt\u00e4uschung. Doch ich hatte keine Zeit, entt\u00e4uscht zu sein, auch wenn ich so gerne eine Schwester h\u00e4tte. Ich war in der Zukunft und wollte hier raus. Ich musste herausfinden, wie er hei\u00dft. Ich guckte mir alle Bilder an, bis ich es fand. Dort stand: \"Herzlich Willkommen, Emil!\" Ich schrieb \"Emil\" an die wei\u00dfe Wand, und hoffte auf ein Wunder.<\/p>\n<p>Auf einmal wurde ich ohnm\u00e4chtig, und als ich wieder aufwachte, lag ich in Larissas Erfindungswerkstatt. Es kam ein gl\u00fcckliches Gef\u00fchl in mir hoch. Meine Eltern waren total besorgt um mich, aber Larissa nahm dass alles ganz locker. Sie erkl\u00e4rte mir dann die Zeitmaschine. Ich sagte meinen Eltern nicht das mit dem Baby. Zum Gl\u00fcck ist alles gut ausgegangen.<\/p>\n<p>\u00a92018 SchreibKunst-Blog\/ Tamara Bugert (5b)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\"Marie, kommst du jetzt?\", fragte meine Mutter mich genervt. Ich stand gerade vor meinem Spiegel und k\u00e4mmte mir die Haare. Wir waren sp\u00e4t dran, aber das ist bei uns normal. Nur mein Vater ist immer schnell fertig. Wir fahren zu meiner Tante Larissa, die Erfinderin ist. 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