{"id":2322,"date":"2023-07-02T15:52:23","date_gmt":"2023-07-02T13:52:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.luo-darmstadt.de\/schreibkunst\/?p=2322"},"modified":"2023-07-02T16:11:55","modified_gmt":"2023-07-02T14:11:55","slug":"laura-schmelz-das-meer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.luo-darmstadt.de\/schreibkunst\/laura-schmelz-das-meer\/","title":{"rendered":"Laura Schmelz &#8211; Das Meer"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: medium;\">Ja, es war lange her, sehr lange. Doch trotz allem konnte ich mich noch sehr gut erinnern. Und jetzt will ich mein Wissen an euch weitergeben. Es war lange her, ich selbst war nicht dabei, da man auch bedenken muss, dass ich erst 12 bin. Wieso ich es wei\u00df, wenn ich nicht dabei war? Man hat diese Geschichte im Laufe der Jahrhunderte in meiner Familie weiter erz\u00e4hlt. Also es war im Jahr 912. Und ja, es waren Wikinger. Und heute wird ihnen nach gesagt sie w\u00e4ren Pl\u00fcnderer. Doch das stimmt nicht. Vielleicht haben sie manchmal ein bisschen \u00fcber die Str\u00e4nge geschlagen, doch im Grunde waren sie richtig gute Gesch\u00e4ftsleute, und meine Vorfahren. Ist doch klar, dass ich sie verteidige. Au\u00dferdem haben wir noch etwas ganz Wichtiges gemeinsam. Wir alle lieben die Weite. Doch erstmal, fangen wir an : Hell stand am Feuer. Sie h\u00f6rte wie es beruhigend knisterte und raschelte, und die Glut h\u00f6her zu kommen schien. Sie dachte traurig: ,,Wie \u00e4hnlich sie mir ist. Genau wie die Glut versuche ich hier wegzukommen, doch es klappt nicht.\u201c Da fasste sie einen Entschluss: ,,Ich werde hier keine Nacht l\u00e4nger mehr bleiben, auf keinen Fall. Es brachte nichts hier dumm rumzusitzen und hier zu warten, bis sie alt und grau wurde. Was hielt sie hier noch in diesem nassen verregneten Skandinavien? Nichts. Absolut nichts. Ihre Eltern waren vor mehreren Monden gestorben, ansonsten hatte sie hier niemanden, die Ernte ging hier nicht auf. Und sie hatte Sehnsucht nach dem Meer. Also gut, es war beschlossene Sache. Sie ging noch heute fr\u00fch von hier weg! Einige schlossen sich ihr an und sie packten ihre Sachen, doch allzu viele waren es nicht, da das Meer gef\u00e4hrlich war und bei solchen Reisen immer nur die H\u00e4lfte zur\u00fcckkam oder ankam. Doch die, die mitkamen, waren bereit das Risiko einzugehen. Denn alle von ihnen wollten nur eins, n\u00e4mlich ein besseres Leben f\u00fchren. Und als alle an Bord waren fuhren sie los. Mit vereinter Kraft (da sie rudern mussten) war das Dorf schon bald hinter einem H\u00fcgel verschwunden. Manche sah man noch vereinzelt winken, doch dann waren irgendwann alle verschwunden. Da sie oben an Deck sa\u00df, hatte sie gen\u00fcgend Zeit und zwar zum Nachdenken. Endlich, dachte sie, ich bin wieder auf dem Meer, wo die Weite mich hinzieht werde ich ihr folgen. Und doch hatten sie einen Plan wo sie hinreisen wollten. Sie hatten vor immer nach Westen zu fahren. So w\u00fcrden sie hoffentlich, so munkelt man, an einen sch\u00f6nen tollen wunderbaren Ort kommen. Pl\u00f6tzlich wurde sie aus ihren Gedanken gerissen, denn sie waren in einen Sturm gerudert. Der Regen prasselte nur so auf das Deck und der Wind heulte, dass es nur so krachte. Und ihre Besatzung war bereits in Sicherheit. Sie versuchte sich unter Deck zu k\u00e4mpfen, doch sie rutschte immer wieder auf dem nassen Deck aus. Gerade als eine Riesenwelle auf sie zu kam und sie mit sich rei\u00dfen wollte, rutschte sie aus. Noch ein paar Meter, dann war sie bei der Luke. Doch die Riesenwelle brauchte auch nur noch ein paar Meter. So werde ich also verenden, am Grund des Ozeans. Wenigstens sp\u00fcre ich dann f\u00fcr immer den Ozean. Doch dann senkte sich die Welle pl\u00f6tzlich und das Gewitter zog vorbei. Was war denn jetzt los? Wunderte sich Hell. ,,Danke, wer immer das auch war\u201c rief sie froh. Doch sie hatte da schon so einen Verdacht, ob es wirklich wahr war, zumindest h\u00e4tte sie es so gerne. Sie liebte sie n\u00e4mlich, obwohl ihre Eltern dort verendet waren. Doch sie f\u00fchlte sich ihr dadurch noch n\u00e4her. Ob es wirklich die Weite gewesen war, wohl eher nicht, aber wer wei\u00df es schon? Urpl\u00f6tzlich standen ihre Mannschaftskollegen vor ihr und schauten sie mit fragenden Blicken an. Sie wusste es ja selbst nicht so genau, also zuckte sie nur ahnungslos mit den Achseln. Und ging auf die andere Seite des Schiffes. Seltsam, was hatte sich nur vor ihren Augen abgespielt? Was wollte die Weite ihr nur damit sagen? Was w\u00fcrde passieren? Was w\u00fcrde folgen? So viele Fragen tummelten sich in ihrem Kopf. Doch jetzt gab es erst einmal Abendessen, Es ging n\u00e4mlich schon bald die Sonne unter. Da sie wach bleiben musste f\u00fcr ihre Nachtruderschicht war es besser, wenn sie gar nicht erst einschlief. Sie holte sich etwas zu Essen und ging damit in eine Ecke des Bootes. Und so vergingen die Tage, Wochen, Monate und schlie\u00dflich ein Jahr, als sie das letzte Mal etwas von der Weite geh\u00f6rt hatte oder wenigstens vom Ozean. Doch eines Abends sp\u00fcrte sie etwas, sie w\u00fcrden schon bald da sein, das wusste sie. Doch pl\u00f6tzlich schwammen auf der Meeresoberfl\u00e4che \u00fcberall tote Fische herum. Was hatte das schon wieder zu bedeuten? Sie kletterte auf den obersten Mast ihres Schiffes, es war ein Pfeil und dieser f\u00fchrte in eine ganz andere Richtung als sie eigentlich vorhatten zu fahren. Sollte sie dem Pfeil folgen, ja, auf jeden Fall. Sie schrie zu ihren Mannschaftskollegen: ,,S\u00fcden!\u201c, ,,S\u00fcden!\u201c riefen einige andere weiter. Und sie steuerten in die Richtung wo der Pfeil hinzeigte. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Nach einigen Tagen sahen sie endlich Land. Endlich! In diesem Moment wusste sie, es w\u00fcrde alles wieder gut werden. Die ganzen M\u00fchen waren nicht umsonst gewesen. Sie trafen schon bald in der Bucht ein. Ihr fiel es schwer die See zu verlassen, doch irgendwann war das Sch\u00f6nste auch mal vorbei. Ihren Mannschaftskameraden fiel es ganz und gar nicht schwer das Deck und somit auch das Meer, die Weite, zu verlassen. Aber sie fand es schwierig, f\u00fcr sie war die unendliche Weite ein zweiter Teil von ihr. Doch schweren Herzens verlie\u00df sie schlie\u00dflich das Schiff. Sie schaute sich um, was f\u00fcr ein sch\u00f6ner Ort. \u00dcberall gr\u00fcnte und bl\u00fchte es. Das Warten hatte sich also gelohnt, endlich war sie da und trotz allem war sie nicht so recht gl\u00fccklich. Hell erkundete erst einmal die Gegend. Sie ging in einen Wald hinein wo komische gr\u00fcnliche Seile von den B\u00e4umen herabhingen. Sie ging weiter und immer tiefer in den Wald hinein. Auf einmal sprach eine Stimme hinter ihr: ,,Was suchst du hier, Hell?\u201c Hell drehte sich erschrocken um. Wer hatte dort gesprochen? Es war ein kleiner Affe. ,,Was bist du?\u201c Fragte Hell. ,, Meinst du damit meine Gestalt oder was ich wirklich bin?\u201c ,, Beides\u201c antwortete ihm Hell z\u00f6gernd. ,,Von au\u00dfen sehe ich aus wie ein Affe, der sprechen kann, aber im Inneren bin ich Weite\u201c sagte der Affe. ,, die Weite?\u201c ,, Ja, die Weite. Ich bin die Verk\u00f6rperung von W\u00fcsten und Meeren, ich kontrolliere sie . Ich wei\u00df, du suchst ein besseres Leben, baue hier und du wirst hier leben k\u00f6nnen.\u201c Nach diesen Worten verschwand er. Hell war einfach nur noch erstaunt und doch war sie einfach nur gl\u00fccklich. Sie hatte die Weite kennen gelernt und sie konnte hier wohnen. Noch ehe sie es sich versah stie\u00df sie einen Freudenschrei aus. Alles musste raus aus dem letzten Jahr. ,,Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!\u201c <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ja, es war lange her, sehr lange. Doch trotz allem konnte ich mich noch sehr gut erinnern. Und jetzt will ich mein Wissen an euch weitergeben. Es war lange her, ich selbst war nicht dabei, da man auch bedenken muss, dass ich erst 12 bin. Wieso ich es wei\u00df, wenn ich nicht dabei war? 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