{"id":1541,"date":"2019-05-21T00:00:36","date_gmt":"2019-05-20T22:00:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.luo-darmstadt.de\/schreibkunst\/?p=1541"},"modified":"2019-05-20T21:10:46","modified_gmt":"2019-05-20T19:10:46","slug":"fantas-tisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.luo-darmstadt.de\/schreibkunst\/fantas-tisch\/","title":{"rendered":"Fantas Tisch"},"content":{"rendered":"<p>Meine Damen und Herren!<\/p>\n<p>Liebe LehrerInnen, liebe Preistr\u00e4gerInnen und liebe auch irgendwie wichtige JurymitgliederInnen!<\/p>\n<p>Dieser Beitrag, so klein er auch ist, soll euch zwischen den ernsten, interessanten und bestimmt auch sehr sch\u00f6nen anderen Texten nur ein Grinsen (oder vielleicht auch ein kleines L\u00e4cheln, je nachdem wie erwachsen und w\u00fcrdevoll ihr seid) auf euer Gesicht zaubern. Wenn der Leser besonders humorvoll ist, ist es vielleicht schon um ihn oder sie oder es (wir wollen ja kein Geschlecht benachteiligen) geschehen.<\/p>\n<p>Die anderen Jurymitglieder denken sich jetzt: \u201eDieser Schreiberling nimmt sich aber viel heraus\u201c oder einfach \u201eNett\u201c, wie gesagt, es ist eine Frage der Einstellung. Die Deutschlehrer unter euch denken sich noch dazu: \u201eRechtschreibfehler, Punktabzug, schreckliches Kind!\u201c (nichts gegen euch pers\u00f6nlich, es liegt einfach am Beruf). Aber ALLE, und wirklich ALLE sollten sich jetzt denken: \u201eder Text ist wirklich toll, sogar fantastisch, aber was hat dieser Text mit dem Thema zu tun?\u201c.<\/p>\n<p>Keine Sorge, da komme ich ins Spiel: Ich m\u00f6chte euch die Geschichte von Fantas Tisch erz\u00e4hlen. Nein, ich meine nicht die Dekoidee beim Depot, sondern das (bald) beliebte M\u00e4rchen! Noch nie davon geh\u00f6rt? Naja, ist ja auch kein Wunder, das hier ist ja auch die Erstauflage. Aber da ich jetzt professionell Spannung aufgebaut habe (oder den ein oder anderen zu Tode gelangweilt habe - Leichentransport unter 069 65601152) kommt jetzt das M\u00e4rchen:<\/p>\n<p>Es war einmal, vor langer Zeit, weit, weit weg von der LuO, in einem grausamen Land Namens Darmst\u00e4dter Hauptbahnhof, auch bekannt als \u201eTerror der Pendler und unschuldigen Sch\u00fcler\u201c, oder nur \u201eIhr-Zug-hat-zwanzig-Minuten-Versp\u00e4tungsland\u201c eine facettenreiche, fahrige, faire, famili\u00e4re, fantasievolle, freie und flei\u00dfige Flasche Fanta, mit dem feurigen Namen \u201eF\u00fcrstin Fanta\u201c. F\u00fcrstin Fanta stand feudal im Getr\u00e4nkeautomaten neben einem gro\u00dfen Laden mit der Aufschrift \u201eNanu-Nana\u201c. Ihr bester Freund, eine leere Dose Sprite mit dem sprudelndem Namen \u201eSir Sprite\u201c, hatte es da nicht so gut. Er stand beim Ditsch gegen\u00fcber auf der Theke und wurde tagein, tagaus mit kleinen, runden Metallteilchen mit Zahlen drauf beworfen. F\u00fcrstin Fanta fand ihn sehr bemitleidenswert. Aber F\u00fcrstin Fanta verwendete auch viel Zeit darauf sich selbst zu bemitleiden. Ihr gro\u00dfer Traum war es n\u00e4mlich, auf dem unerreichbaren Kaffeetisch neben dem Getr\u00e4nkeautomaten zu stehen. Dort w\u00fcrden sie alle Flaschen aus der verfeindeten Sippe der Bio-Limonaden sehen k\u00f6nnen und sie w\u00fcrden sie brennend beneiden. Meistens war es aber andersrum, denn die Nachfrage nach Bio-Limonade war in letzter Zeit rasant gestiegen. Die Wandelnden die vorbeikamen um sich etwas zu trinken zu holen, schauten immer sehns\u00fcchtig auf sie, entschieden sich aber immer f\u00fcr die Bio-Limonade oder ein Wasser. Warum, wusste F\u00fcrstin Fanta nicht.<\/p>\n<p>Lange Zeit tat sich also nichts zur Sache und F\u00fcrstin Fanta wurde von Tag zu Tag flauer und farbloser. Ihr einst so fabrikneues orangenes Etikett l\u00f6ste sich langsam ab und sogar ihr feuriges Temperament, auf das sie so stolz gewesen war, drohte zu erl\u00f6schen. Es stand also wirklich schlimm um unsere faszinierende Freundin. Noch nicht mal der sonst so sprudelige Sir Sprite konnte sie tr\u00f6sten, denn sein Inhalt war ausgesch\u00fcttet worden.<br \/>\nDoch eines Tages ver\u00e4nderte sich die vertraute Umgebung des Hauptbahnhofs. Die Wandelnden, die sich sonst immer hektisch an ihr vorbeibewegten, wurden weniger und stattdessen kamen viele andere Gestalten, die F\u00fcrstin Fanta prompt \u201eDie Blauen\u201c nannte, denn sie alle waren fast \u00fcberall mit blauem Zeugs bedeckt. Die Blauen machten sich gegen\u00fcber vom Ditsch zu schaffen, wo sie begannen die anderen Automaten zu \u00f6ffnen und alle Fanta Flaschen herauszunehmen und durch Bio-Limonaden zu ersetzten. Ihr Ziel, auf dem sonnenbeschienenen Tisch zu stehen, r\u00fcckte in weite Ferne. Die Sippe der Bio-Limonaden hatte gewonnen. Noch w\u00e4hrend sie die Blauen beobachtete, rief eine Stimme etwas in der Sprache der Wandelnden und alle h\u00f6rten auf zu arbeiten und versammelten sich in kleinen Gr\u00fcppchen. Ein solches Gr\u00fcppchen kam auf sie zu. Hoffnung breitete sich in ihr aus, als einer der Blauen sie freundlich ansah. Aber sie verflog gleich wieder, als F\u00fcrstin Fanta merkte, dass er gar nicht sie, sondern die Bio-Limonade mit Lavendel-Wasabi-Thymian Geschmack neben ihr ansah. Der Blaue begann langsam den Automaten zu \u00f6ffnen und F\u00fcrstin Fantas Deckel rutschte ihr ins Etikett. Niemals w\u00fcrde sie auf dem Tisch stehen, niemals von der Sonne beschienen werden. Alles war vorbei. Vorsichtig nahm der Blaue sie heraus. Jetzt w\u00fcrde sie f\u00fcr immer in einer dunklen Kiste liegen. Sehns\u00fcchtig schaute sie ein letztes Mal zum wunderbaren Tisch r\u00fcber. Doch pl\u00f6tzlich merkte F\u00fcrstin Fanta, dass der Mann sie abstellte. Und zwar auf den Tisch. F\u00fcrstin Fanta stand da und war wie vom Etikett gehauen. Was war grad passiert? Offensichtlich hatte der Mann etwas mit ihr vor, sonst h\u00e4tte er sie nicht auf dem Tisch abgestellt. Der Tisch\u2026. Sie stand auf dem Tisch! Endlich stand sie auf dem wunderbaren, sonnenbeschienenen Tisch! Auf ihrem Traumtisch. Der Blaue r\u00e4umte die anderen Fanta Flaschen in die Kiste. Als er fertig war, kam er zu ihr r\u00fcber, trank sie aus und stellte sie zur\u00fcck auf den Tisch. Die Ehre, in einem Zug ausgetrunken zu werden, erfreute sie fast noch mehr als dass sie wieder auf dem Tisch stand. Gl\u00fccklich schaute sie zu Sir Sprite r\u00fcber, der ihr sibyllinisch zur\u00fcckl\u00e4chelte. Er freute sich f\u00fcr seine Freundin, obwohl er nicht verstehen konnte, was sie an dem Tisch so toll fand. Aber das musste er ja nicht verstehen. Es war schlie\u00dflich Fantas Tisch. <\/p>\n<p>Das war das M\u00e4rchen. Hat es euch gefallen? Sehr gut. Mir n\u00e4mlich auch. Aber ich muss jetzt aufh\u00f6ren zu schreiben, weil ich Hausaufgaben machen muss (ein paar Lehrerpunkte einsammeln). Eine sch\u00f6ne Zeit, und ein sch\u00f6nes Wochenende euch allen! Adieu!<\/p>\n<p>Ein sagenumwobener Schreiberling<\/p>\n<p>\u00a92019 SchreibKunst-Blog\/ Paulina Dauth (8b)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meine Damen und Herren! Liebe LehrerInnen, liebe Preistr\u00e4gerInnen und liebe auch irgendwie wichtige JurymitgliederInnen! 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