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AG Pegasus

Alles Anders 

Das Alltagsleben ist        ein langes Einschlaflied. 

Die gleichen Tage sind es,        die wir wie Schafe zähln': 

Ein Tag gleicht dem nächsten,        das macht uns immer träger, 

bis wir, im Schlummer schon,        nur fern noch hörn' die Strophen. 

 

Doch unerwartet werden wir        von schiefen Noten aufgeweckt, 

Das Lied, das wir einst kannten,        erklingt in neuem Ton. 

So sind wir aus dem Schlaf geschreckt,        und stellen fest: alles anders. 

Was Teil des ewigen Liedes war,        ist nun anders, alles anders. 

 

Die Sonne scheint,        die Welt doch grau. 

Verträumt seh' ich        aus verleidetem Fenster, 

versuch verzweifelt,        mich zu erinnern, 

was vor Sommern        noch gewesen, 

wie mir das Eis        auf der Zunge zerschmolz, 

wie meine Freunde        sich noch mit mir trafen, 

was die Worte waren der Strophen,        bevor der neue Teil brach an. 

 

Der Lehrer spricht,        tat er es auch einst        gegen die redenden Schüler an, 

versucht er nun,        man glaubte es kaum,        die Stille zu übertönen. 

Elend gerahmt geht der Unterricht;        wie eine Fremdsprache üben wir:         "Inzidenzwert!  Mutationsgebiet!" 

und lernen die Worte von dieser Strophe. 

Übereinander liegen die Seiten,        im verhassten Viereck         wie auf dem Schreibtisch, 

sodass ich denke, flehentlich:        Wann kann ich wieder zur Schule gehn?        Einst war dieser  Wunsch absurd. 

 

Doch endlich, dann,       zum Abend hin, 

das Chaos wird        nun abgelöst 

von täglichen Versen        der Tagesschau, 

wo sie immer         das Selbe sagen. 

Doch ihr Gedudel        macht uns müde, 

unter dunkler        Musik versinken 

wir in düsteren Traum,        in schleichenden Schlaf. 

 

Sagte ich etwa:        alles anders? 

Die Tage sind nun        elendig gleich, 

gleicher noch        als vor dem Wandel, 

und in Albtraum verfallend        wünschen wir, 

dass das traurige Lied        wieder fröhlich wird. 

 

Da siechen wir nun        erschöpft vor uns hin, 

denn was uns Mensch macht,        ward uns genommen. 

Und trotzdem sind wir        noch immer Mensch, 

das hat sich nicht geändert. 

Es ist nicht alles anders. 

ALLES ANDERS 

 

Hallo. Mein Name ist Mia und ich bin 13 Jahre alt. Bis vor einer Woche war noch alles anders. Ich lebte mit meinen Eltern in einer großen Stadt, hatte viele Freunde und man könnte sagen, wir waren reich. Früher war ich fast den ganzen Tag an unserem großen Pool, denn ich liebe es zu schwimmen. Ich habe auch schon unzählige Wettbewerbe gewonnen. Die Pokale, Urkunden und Medaillen stellte ich in dem kleinen Schrank neben meiner Zimmertür aus. Immer, wenn das Licht auf den Schrank fiel, glänzten die Preise noch mehr, als sie es sowieso schon taten, denn der Schrank stand direkt gegenüber von meiner Terrassentür. Da sie aus Glass war, durchströmte Tageslicht mein ganzes Zimmer. Ich hätte nicht einmal eine Lampe gebraucht. Abends war ich sowieso immer unten in unserem großen Wohnzimmer. Damals habe ich mir mit meinen Eltern Serien angeschaut und dann haben wir Karten gespielt. Meistens hat mein Vater gewonnen. Wir nannten ihn auch den Kartenkönig. Genauso wie ich, liebte er es, Partys zu feiern. Ich tanzte mit meinen Freunden in die Nacht hinein und mein Vater war meistens mit seinen Kollegen am Pool, während meine Mutter für uns kochte. Sie konnte sehr gut kochen und hatte mir schon viel beigebracht. Natürlich ging ich auch in die Schule. Es war eine Privatschule und die anderen Kinder stammten aus Familien, die genauso reich waren wie meine. Jeden Samstag und Sonntag wurde ich von jemand auf eine Party eingeladen. Meist war dort unsere ganze Klasse. Das ist alles etwas Besonderes was nicht jeder haben kann und ich lernte nie, die kleinen Dinge im Leben zu schätzen. Alles was ich hatte war für mich so selbstverständlich. Meine Eltern sagten mir zwar immer, wie toll es war, all das zu haben und so leben zu dürfen. Ihr denkt jetzt wahrscheinlich ich wäre undankbar, aber das ist nicht wirklich so. Ich war es nur so gewohnt. Ich kannte es einfach nicht anders. Meine beste Freundin dachte genauso wie ich, dass alles in unserem Leben normal ist. Ihr Name ist Melinda. Wir machten fast alles zusammen und auch unsere Eltern waren sehr gut befreundet. 

 

An einem heißen Sonntagmorgen wachte ich mit dem Geräusch lauter Stimmen auf. Irgendjemand schien sich zu streiten. Ich wusste nicht woher die Stimmen kamen und wer sich stritt. Es war mir aber auch eigentlich egal, denn an diesem Tag begannen die Sommerferien. Melinda und ich hatten schon Wochen vorher geplant, was wir alles machen wollten. Gut gelaunt ging ich also nach unten in unsere Küche. Normalerweise waren meine Eltern schon da und wir frühstückten alle gemeinsam, aber an diesem Tag war die Küche leer. Vielleicht schliefen meine Eltern noch. Ich ging noch einmal ins obere Stockwerk, in das große geräumige Schlafzimmer. Auch hier war niemand zu finden. Langsam machte ich mir Sorgen. Ich schaute aus dem Fenster. Und dort saß meine Mutter. Warum war sie im Garten und nicht in der Küche? Wo war mein Vater? Schnell rannte ich die Treppe runter und lief zu meiner Mutter. Irgendwie sah sie traurig, wütend und verstört zu gleich aus. Ich hatte sie so noch nie gesehen. Meine Mutter war eigentlich ein sehr glücklicher Mensch und hatte immer ein Lächeln im Gesicht. Ich ging zu ihr, aber sie reagierte nicht? „Mama?“, fragte ich. Sie gab keinen Ton von sich. Ab diesem Moment war mir klar, dass irgendetwas nicht stimmen konnte. Ich machte mir Sorgen, dass meinem Vater etwas zugestoßen war. „Mama?“, fragte ich erneut. Sie gab immer noch keine Antwort. „Wo ist Papa?“, fragte ich mit leicht energischem Klang. „Bei der Arbeit.“, sagte sie knapp. Es fiel mir schwer, ihr zu glauben, denn irgendwie klang es so, als wäre es einfach nur eine schnelle Ausrede. Ich machte mir schon Sorgen, wollte mir aber den Tag nicht verderben. Also sagte ich meiner Mutter, dass ich jetzt zu Melinda ginge. Meine Mutter antwortete mit einem Nicken, wobei sie mich nicht ansah. Ich ging einfach los und machte mir keine Gedanken mehr, denn ich hatte mich so auf diesen Tag gefreut. Melinda wartete schon vor unserer Tür. „Wo warst du denn so lange?“, fragte sie. „Weiß nicht“, sagte ich leise und bemerkte, dass dies nicht die Antwort auf Melindas Frage war. „Wie meinst du das?“, fragte sie, „Alles ok Mia?“ „Jaja, ich bin nur etwas müde.“ antwortete ich ihr und fügte ein gespieltes Gähnen hinzu, dann brachen wir auf. Wir verbrachten den ganzen Tag im örtlichen Schwimmbad und im neuen Shoppingcenter. 

 

Spät am Abend kam ich nach Haus. Den Vorfall am Morgen hatte ich längst vergessen. Als ich unsere Wohnungstür öffnete erstarrte ich jedoch. In unserem großen Flur standen fünf Polizisten und mittendrin war meine Mutter. Sie weinte fürchterlich. Ein großer Polizist mit breiten Schultern, einer Glatze und einem Totenkopf Tattoo am rechten Arm sagte streng: „Bis Sonntag und keinen Tag länger haben sie verstanden!“ Es war keine Frage, sondern ein Befehl ich hörte es genau. Die Polizisten gingen und ich war alleine mit meiner Mutter. Ich brachte keinen Ton raus und ich sah ins Nichts. Alles kam mir so unecht vor. Ich dachte, es wäre ein Traum und versuchte aufzuwachen, aber natürlich geschah nichts, denn es war die Realität. Auch meine Mutter sagte nichts. Man hörte nur ihr leises Schluchzen. Minuten vergingen und keiner sagte etwas. In meinem Kopf begann sich alles zu drehen. Ich wusste nicht genau wie ich reagieren sollte. Mein größter Wunsch war, dass ich aus diesem Albtraum erwachen würde. Wäre es denn einer gewesen. Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus. „Ähm… Mama was war das?“, fragte ich fast lautlos. Sie antwortete nicht. Langsam wurde ich wütend. Ich wusste nicht mehr, wie ich mit der Situation umgehen sollte. „Warum antwortest du nicht? Und wo ist Papa?“, schrie ich sie an. Ich wusste mir einfach nicht mehr zu helfen. Endlich sagte meine Mutter etwas. Sie sah mich mit ihren tiefblauen Augen an. „Also Mia… das ist so… also, naja, weißt du… dein Vater…“, flüsterte sie so leise, dass ich sie kaum verstand. „Was ist mit Papa?“, fragte ich. Meine Mutter hielt den Atem an und sagte dann: „Mia dein Vater ist ein Verbrecher. Das ganze Geld, das wir haben hat dein Vater durch Drogenhandel verdient. Heute Morgen standen ein paar Polizisten vor der Tür und haben deinen Vater mitgenommen. Wir sind jetzt hoch verschuldet und das Geld wurde uns abgenommen. Was das Haus betrifft müssen wir bis Sonntag hier ausgezogen sein, da wir kein Geld mehr haben.“ Sie fing an zu weinen. Ich konnte es nicht fassen. Mein Mund stand offen und mir blieb die Spucke weg. Ich konnte es einfach nicht glauben. Dieser Mann, mein Vaterein Verbrecher? Einige Sekunden stand ich reglos da. Doch dann rannte ich in mein Zimmer und verkroch mich in meinem Bett. Ich verstand die Welt nicht mehr. Alles um mich herum stürzte ein und mein ganzes Leben zerfiel! Ich merkte nicht wie ich einschlief. 

 

Als ich am nächsten Morgen aufwachte, fing ich sofort an zu weinen. Erst jetzt konnte ich alles wirklich realisieren. Ich lief runter zu meiner Mutter. Sie blätterte in der Zeitung und suchte nach Jobs. Als sie mich sah umarmte sie mich. „Alles wird gut.“, flüsterte sie. Noch an diesem Tag packten wir unsere Sachen und meine Mutter zeigte mir unsere neue Wohnung. Sie befand sich in einem Hochhaus und hatte genau ein Zimmer. Ich konnte nicht glauben, dass es so etwas gibt. Bis jetzt hatte ich noch nie eine so kleine Wohnung gesehen. Alle meine Freunde hatten schließlich auch eine Villa. Natürlich konnte ich auch nicht mehr auf die Privatschule gehen. Jetzt gehe ich auf eine ganz normale Schule und die Kinder dort sind genauso nett wie auf der alten Schule. Ich bin sehr froh, dass meine Mutter immer zu mir hält. Sie ist die wichtigste Person in meinem Leben. Was meinen Vater angeht bin ich mir nicht sicher. Ich weiß nicht, ob er es für uns gemacht hat. Ich kann nicht verstehen, warum er nicht einfach einen normalen Job gemacht hat. Es wäre besser gewesen. Hätte er normal gearbeitet, wären wir zwar nicht reich gewesen, aber er wäre jetzt noch hier. Mein Leben ist jetzt nicht deshalb schlechter, weil ich nicht mehr auf eine teure Schule gehen kann, nicht mehr in einer Villa wohne, nicht jeden Tag eine Party feiern kann, nicht mehr in den Schwimmkurs gehe, sondern weil mein Vater im Gefängnis ist und nicht an meiner Seite stehen kann bei allem was ich tue! Reichtum ist nicht so viel wert wie Liebe. Mein Vater war der Mensch, auf den ich immer zählen konnte. Als ich Melinda davon erzählte, ging sie einfach und ließ mich allein. Ich hatte immer gedacht, wir wären richtige Freunde und nicht, dass es ihr nur ums Geld geht. Richtige Freunde sind solche, die einen bei allem unterstützen, egal wie reich oder wie arm man ist. So hat sich mein Leben komplett verändert und alles ist anders als vorher. Eins habe ich aber gelernt. Geld ist nicht alles! Was wirklich zählt, sind die Familie und die Freunde. Es ist beides sehr wichtig und ich würde alles tun, um meinen Vater und meine Freundin zurück zu bekommen. Das Geld ist mir egal!      

 

 

 

Ende                      

             

      

 

 

 

 

 

 

 

    

 

 

 

 

 

 

 

 

Alles anders (bei Luise) 

 

Eines Nachts wachte Luise auf. Alles war so ungewohnt. Um sie herum war nichts. Naja, soweit sie sehen konnte. Luise lag nur auf einer Matratze auf dem Boden. Neben ihrem Schlaflager stand ein Rollstuhl. Plötzlich erinnerte sie sich wieder. Sie war letzten Nachmittag aus dem Krankenhaus entlassen worden. Davor war das Leben schön gewesen, doch jetzt war sie gelähmt und saß im Rollstuhl. 

Noch vor einem Monat war Luise das glücklichste Kind unter der Sonne gewesen. Sie hatte in einem wunderschönen Haus mit ihren Eltern gelebt, hatte den süßesten Hund der Welt gehabt und die besten Freunde die sie sich nur wünschen konnte. Doch dann kam eine Nachricht die sie gar nicht hören wollte: „Luise, wir müssen dir etwas sagen…“, sagte ihre Mutter. Allein vom Ton her erkannte das Mädchen schon, dass es etwas Ernstes war. „Ja…“, antwortete sie zögerlich, „was ist denn?“. „Also es ist so“, druckste ihr Vater herum, „Machen wir es kurz.“ „Wir müssen umziehen.“, platzte Luises Mutter da heraus. Luise war schockiert: „Aber, aber das kann doch nicht sein. Ich will hier nicht weg…“. Ihre Mutter unterbrach sie: „Ja ich weiß, aber unser Geld wird knapp. Außerdem haben wir da schon eine Wohnung in Duisburg angefragt und auch zugesagt bekommen“. „Unser Haus ist auch schon verkauft“, fügte ihr Vater leise hinzu. Luise hatte Tränen in den Augen: „Wann…wann müssen wir denn weg?“. „Schon übermorgen“, meinte ihre Mutter traurig. „Nein!“, rief Luise. „Es tut uns so leid Luise“, sagte ihr Vater, „aber es ging nicht anders.“ „Wieso?“, fragte sie mit tränenerstickter Stimme. „Es war einfach nicht mehr bezahlbar. Alles wir zu teuer.“, versuchte Luises Mutter zu erklären. Luise hatte zwar schon tiefrot geweinte Augen aber sie sagte dennoch mit der festesten Stimme die sie aufbringen konnte: „Ich muss jetzt erstmal nachdenken und danach packen.“ Das „und danach packen“ wurde wieder von einem Tränenfluss übertönt. Schnell lief sie nach oben in ihr Zimmer. Dort warf sie sich auf ihr Bett und weinte bis es nicht mehr ging. Dann lag sie nur noch da. Irgendwann stand sie doch auf und ging zu ihrem Schrank um ihren Koffer zu packen. Zwei Tage später waren alle Kisten gepackt und der Möbeltransporter abgefahren. Nun stiegen sie alle ins Auto. Am vorherigen Tag war noch die Nachricht gekommen, dass keine Tiere im Haus erlaubt sind. Dadurch musste sich Luise auch noch von ihrem heiß und innig geliebtem Hund Mariechen, einem weißen Spitz, trennen. Sie hatte sich den ganzen restlichen Tag von ihren trösten lassen. Nun saß sie mit trauriger neben ihrem Hund auf der Rückbank ihres Busses und weinte immer noch. Als sie schließlich beim Tierheim ankamen, stieg Luise mit verweintem Gesicht aus. Widerstrebend ging sie in das Gebäude und kam erst zwanzig Minuten später wieder heraus. Dann fuhren sie weiter. Stunden verstrichen ohne das jemand etwas sagte. Ihre Mutter musste längst auf dem Beifahrersitz eingeschlafen sein. Luise sah aus dem Fenster. Plötzlich gab es einen fürchterlich lauten Knall. Dann wurde es vor Luises Augen schwarz. Ihr Vater war gegen eine Leitplanke und später gegen einen Baum geprallt. 

Als Luise ihre Augen wieder öffnete, wusste sie nicht wo sie war. Doch irgendwann erkannte sie wo sie war. Sie lag in einem Krankenhausbett! Sie konnte sich aber nicht erinnern warum. Doch, eine Erinnerung hatte sie: Und zwar an diesen fürchterlichen Knall. Dann kam eine Frau in ihr Zimmer. Sie stellte sich als Dr. Emely Flower, Oberärztin in dieser Station, vor. 

 

Sie meinte: „Hallo, du musst Luise van Steinspringer sein.“ „Ja die bin ich“, sagte Luise so als stünden hunderte Fragezeichen dahinter. „GV“, murmelte Dr. Flower vor sich hin. Luise verstand nicht recht: „GV? Was ist das denn?“. „Gehirnverlust“, meinte die Oberärztin sachlich. Luise wollte aufstehen doch ihre Beine reagierten nicht. „Du bist Querschnittsgelähmt“, sagte die Ärztin. „Aber…wie soll ich denn hier raus?“, fragte Luise verzweifelt. „Der Rollstuhl“, meinte Dr. Flower nur. Luise seufzte. „Naja, also gut. Ab ins Abenteuer.“, dachte sich Luise. 

Nun lag sie hier. Auf einer Matratze. Querschnittsgelähmt. Mal sehen wie es morgen in der neuen Schule weitergeht. Bei dem Gedanken drehte sich Luises Magen schon um. 

 

Mittlerweile hatte sie sich an den Rollstuhl gewöhnt. Und in der Schule gab es ja auch einen Fahrstuhl mit dem sie in die oberen Stockwerke gelangen konnte.  

Als sie nach der Schule nach Hause kam war sie überglücklich. Sie hätte nicht gedacht dass ihre neue Klasse so nett sein würde. Niemand hatte sie gehänselt obwohl sie im Rollstuhl saß. Mal sehen was in der nächsten Zeit passieren würde. 

 

 

Einen Tag 18
„Happy birthday to you, happy birthday lieber David, happy birthday to you!“, sangen wir laut. „Jetzt darfst du die Kerzen auspusten und dir was wünschen“, sagte Mama. Als David die 8 Kerzen auf seiner bunten Geburtstagstorte auspustete, seufzte er kurz und rief: „Ich wünsche mir, für einen Tag 18 zu sein.“
Als er das sagte, dachte ich nach, wie es wohl wäre, wenn dieser Wunsch in Erfüllung ginge. Ich schloss die Augen und stellte mir meinen Bruder mit 18 vor.
Nachdem der Wecker nicht mehr aufhörte, laut zu klingeln, zwängte sich David halb verschlafen aus dem Bett. Nervös suchte er sein letztes Paar saubere Socken im Kleiderberg. Nach einem kurzen Riechtest entschied er sich, den Pulli von gestern erneut anzuziehen. Jetzt blieben nur noch 5 Minuten, bis er losfahren musste. Ein kurzer Blick in den Spiegel verriet, dass er seinen Bart rasieren müsste. Jetzt kam die Fragealler Fragenauf, soll er essen oder seinen Bart rasieren? David entschied sich, zu essen und das Frühstück mit einer Dose Cola runterzuspülen. Hastig schnappte er sich den Autoschlüssel und sprang in seinen alten VW Polo. Plötzlich merkte er, dass er nur noch wenig Benzin im Tank hatte. Zeit und Geld zum Tanken hatte er aber nicht. Knapp schaffte er es noch zur Werkstatt, wo er gerade sein Praktikum machte.
"Kovacs, Sie sind schon wieder 15 Minuten zu spät“ schimpfte der Chef. Davidmerkte, dass einige Kollegen ihn etwas komisch anschauten. Wahrscheinlich lag es an seinem strubbeligenBart. „Morgen muss ich mich rasieren“, dachte er und machte sich an die Arbeit. Er hatte das Glück, dass er bei der Reparatur eines kaputten Motors helfen durfte. Es erinnerte ihn daran, wie er als Kind seine Spielzeugautos immer wieder auseinander-und zusammengebaut hat.
Nachdem er den Motor reparierte, war schon fast die Hälfte des Tages um. Als er dann endlich Mittagspause hatte, ging Davidzum Thai-Laden gleich um die Ecke. Dort bestellte er eine knusprige Ente mit Reis und Gemüse. Nachdem er das Menü gegessen hat, sah er,dass er nur noch 2 Minuten Zeit hat, um wieder in der Werkstatt zu sein. Mein Bruderbezahlte schnell und sprintete zurück zur Arbeit. Er kam zwar pünktlich an, war aber sichtlich außerAtem. Als nächstes pumpte er die Reifen eines MercedesGLC 63 4MATIC+ auf. Gern hätte er dieses Auto gegen seinen alten VW Polo getauscht. „Naja, vielleicht mit 28“, dachte er. Als er mit dem Mercedes fertig wurde, war sein Praktikumstag schon um.
Nachdem David seine Jacke anzog, ging er zu seinem VW Polo und fuhr zu seinem Lieblingsfitnessstudio. Dort angekommen trainierte erArme und Beine. Nach ungefähr einer Stunde war er erschöpft vom Trainieren und fuhr zu uns nach Hause.
Gemeinsam gingen wir in ein nobles Restaurant, um Davids 18. Geburtstag zu feiern. Vor dem Restaurant trafen wir Davids Freundin und gingen rein. Ich bestellte mir eine Cola und ein Rumpsteak, Mama Wein und Lachs, Papa ein großes Bier und eine Schweinshaxe. David trank zum ersten Malein Glas Wein und aß Schnitzel mit Bratkartoffeln. Zufrieden lächelte er seine Freundin an, die an ihrem Salat knabberte. Nach dem Festessen gab es für jeden von uns eine große Portion Eis.
Später gingen David und seine Freunde ins Kino, um einen Film ab 18 anzuschauen.Stolz zückte er seinen Führerschein, als der Ticketverkäufer nach seinem Alter fragte.
„Daniel, Daniel, träumst du schon wieder?“ hörte ich Mama rufen. „Möchtest du einStück Kuchen?“ fragte sie. Während ich den Zitronenkuchen aß, beobachte ich David. Ich freute mich, dass er doch erst 8 ist, weil ich so mit ihm noch vielZeit verbringen kann. Ich fragte ihn: „Warum wünschst du dir das?“ David antwortete sofort: „Weil mit 18 ALLES ANDERS ist“.

Alles anders - Eine Biografie des Coronavirus
Kapitel 1
Hallo, mein Name ist Co Rona und ich wurde auf einem Markt im chinesischen Wuhan geboren. Dort war eine Riesenmenge an Leuten, super, dachte ich, hier kann ich mich ganz schnell verbreiten. Also heftete ich mich an einen Mann, der ganz aufgeregt durch die große Menschenmenge lief. Als der Mann an seinem Ziel angekommen war, wusste ich, warum er es so eilig hatte: Sein Flug nach Deutschland ging schon in einer Stunde! Nach einer halben Stunde am Sicherheitscheck lagen die Nerven des Mannes blank. Er sprintete zu seinem Gate. Ich musste mich festhalten, umnicht herunterzufallen. Am Gate angekommen, war niemand mehr da, alle waren schon eingestiegen. „Sie sind der letzte! Beeilen Sie sich, wenn der Flieger nicht ohne Sie fliegen soll“ sagte die Flughafenmitarbeiterin mürrisch, offenbar machte sie Überstunden. Fast tat sie mir leid.„Danke, dass Sie auf mich gewartet haben“ bedankte sich der Mann. Als der Mann der Flughafenmitarbeiterin das Flugticket zeigte, sah ich, dass der Mann, an den ich mich geheftet hatte, Malte hieß. Sein Flug ging nach Deutschland, genauer gesagt nach Berlin.Ich war total begeistert.Ich war zwar noch nie in Berlin, allerdings habe ich dort einen Bruder, der übrigens Co Vid hieß. Er schreibt mir ganz oft Briefe, in denen drinsteht, an wen er sich geheftet hatte.In diesen Briefen stand allerdings noch etwas: In Deutschland wurde noch nicht alles desinfiziert und es gab noch keine Sicherheitsmaßnahmen, also das reinste Paradies.Als Maltesich endlich auf seinen Sitz setzte und das Flugzeug starten konnte, rief er seine Mutter an. In dem Gesprächerfuhr ich, dass Malte Geschäftsmann istund gerade seine Geschäftsreise in China beendet hatte und jetzt wieder nach Hause flog.Nach zehn Stunden Flug landeten wir endlich. Ich war überglücklich! Wie mein Bruder Co Vid es mir schrieb, gab es wirklich keine Sicherheitsmaßnahmen. Malte nahm seinen Koffer und stieg aus. Als wir aus der Gangway herauskamen, stockte mir der Atem. So eine schöne Menge zum weiterverbreiten! Es war wirklich alles andersals in China!
Kapitel 2
Malte hatte wirklich eine sehr luxuriöse Wohnung. Es hingen überall in der Wohnung Bilder von bekannten Künstlernherum, er war also auch noch ein Kunstsammler.Nach einiger Zeit wurde mir erst wirklich bewusst, wie viel Geld Malte haben musste. Er hatte sogar einen persönlichen Butler!Als Malte am nächsten Morgen aufwachte, setzte er sich fast auf mich drauf.Ich muss wirklich mal meinen Platz wechseln, dachte ich mir.
Zum Frühstück aß Malte Haferflocken. Ziemlich einfach für so ein hohes Tier, finde ich. Als ich auf die Uhr sah, war es 6:30 Uhr. Mann, Mann, Mann, der ist ja schon ziemlich früh auf den Beinen!
Kapitel 3
Pünktlich um 7:00 Uhr saß Malte im Auto. Auf dem Weg zu seiner Firma trank er zum Aufwachen einen Energy Drink. Ich probierte auch ein Schlückchen, wäredabei aber fast ersoffen. Gemeingefährlich, dieser Drink.In seinem Büro angekommen ging Malte zu seinem Schreibtisch. Dort stand ein schon angeschalteter Laptop, Malte musste nur noch sein Passwort eingeben. Dann kam plötzlich eine Frau, etwa fünfundzwanzig Jahre alt mit einem Kaffee auf einem Tablet.„Wollen Sie einen Kaffee, Herr Lenze?“ fragte die Frau in einem etwas unterwürfigen Ton.„Das ist sehr nett von Ihnen, Josie“antwortete Malte.Das Gespräch ging noch weiter, aber etwas anderes zog meinen Blick auf sich. Auf Josies Mantel saß ein Mädchen! Und es war sogar das gleiche Virus wie ich! Das war Liebe auf den ersten Blick. Also sprang ich von MaltesJackett und kletterte auf Josies Mantel.„Hallo, ich bin Sars Cov! Und wer bist du?“ fragte das Virusmädchen. „Öhm ... ich bin ... ähm ... Co Rona.“ stotterte ich und wurde dabei ganz rot.Dann führten wir ein sehr interessantes Gespräch. Ich fand heraus, dass Sars Cov aus Wien stammte und mit dem Zug nach Berlin gekommen war.
Kapitel 4
SarsCov nahm mich mit in Josies Wohnung. Und dort war es nicht halb so luxuriös wie in der Wohnung von Malte. Das war mit aber auch herzlich egal, solange ich bei Sars Cov war.Am nächsten Tag wachte ich in Josies Bett, direkt neben Sars Cov auf.„Aufstehen! Oder willst du, dass Josie ohne uns zur Arbeit fährt?“ hörte ich Sars sagen.Als wir da waren, konnte ich einen Blick auf das Schild der Firma erhaschen, in der Josie arbeitete:

Kapitel 5
Ich fragte Sars, was BioNTech ist.„Das ist eine Firma, die Impfstoffe herstellt.“ meinte Sars.Im Firmengebäude schienen alle angespannt auf irgendetwas zu warten. Es hing ein Bildschirm in der Eingangshalle und alle starrten darauf. Auf dem Bildschirm stand unten rechts:EUROPÄISCHE ARZNEIMITTELBEHÖRDE –BEKANNTGABE ZUR ZULASSUNG DES BIONTECH-VAKZINS GEGEN COVID-19Ich bekam ein flaues Gefühl im Magen –gab es tatsächlich einen Impfstoff gegen uns, die Coronaviren?„Ähmm ... Sars?“ fragte ich.„Ja?“„Der Impfstoff gegen uns –der wird doch jetzt nicht etwa zugelassen?“Sars und mir wurde bewusst, dass wir in der Patsche saßen, als eineraus dieser komischen Behörde sagte: „Der Impfstoff von der Firma BioNTech gegen CoViD-19 wird zugelassen. “Es gab ein riesiges Gejubel. Aber Sars und ich hörten das gar nicht mehr und sahenzu, dass wir rasch aus dem Gebäude herauskamen.Wir flüchteten bis zum Bahnhof und sprangen in einen Zug nach Timbuktu. Bis dahin wusste ich nicht mal, dass es das wirklich gibt.Nach dreißig Stunden Fahrt sagte der Schaffner, an den sich Sars und ich geheftet hatten, zu einem Mann, der noch nicht ausgestiegen war: „Alles aussteigen! Oder wollen Sie zurücknach Murmansk kommen?“ Sars und ich sprangen aus dem Zug und sahen uns um. Es war weit und breit nur Wüste.
Kapitel 6
Na ja, jetzt leben wir schon ein Jahr in der Wüste. Und wir haben ein Kind gekriegt. Auf das sind wir mächtig stolz. Es ist nämlich eine Mutation. Wir haben unser Kind B117 genannt und raus in die Welt geschickt. Es schickt uns ständig Grüße aus Großbritannien. Anscheinend wird unser Kind im Fernsehen deswegen immer „Großbritannien-Mutation“ genannt. Auf jeden Fall hatten Sars und ich geheiratet, und wir lebten glücklich in unserer Düne in Timbuktu.

ALLES ANDERS

Das Coronvirus ist in dieser Zeit sehr schwer zu ertragen und was uns jetzt glücklich machen würde wird uns auch noch weggenommen.

All diese negativen Sachen machen uns das Leben schwer aber wir dürfen nicht aufgeben und wir dürfen immer nur die positiven Seiten der Pandemie sehen, weil nur so können wir es besiegen. 

Zum Beispiel kann ich länger schlafen wenn ich im Distanzunterricht bin. Oder ich kann gemütlich frühstücken. Und nicht nur im Distanzunterricht sondern auch allgemein. Ich kann mehr Zeit mit meinen Eltern verbringen, habe mehr Zeit für meine Freunde, kann viel mehr im Freien sein.

Vor dem Coronavirus konnte ich das nicht so oft machen. Mir fehlte einfach die Zeit dazu. 

Morgens war bei uns ein totaler Strees, weil jeder zu seiner Arbeit
musste und niemand Zeit hatte zu frühstücken. Nach der Schule ging ich in die Betreuung weil meine Eltern noch arbeiteten.
Dort angekommen gab es Mittagessen. Nach dem Mittagessen durften wir
15 Minuten spielen. Dann kamen die Hausaufgaben. Ich saß meistens von
12:00 Uhr bis 15:00 Uhr an den Hausaufgaben weil wir immer so viele auf hatten. Dann hatte ich noch 2 Stunden Zeit zum Spielen weil ich um 16:30 Uhr nach Hause musste. Der Weg von der Betreuung zu uns hatte ungefähr 20 Minuten gedauert. Das war ganz schön anstrengend. 

Als ich Zuhause angekommen war, war ich ganz schön erschöpft. Dann musste ich auch noch die Lernwörter üben. Als das fertig war half ich meiner Mutter beim Abräumen des Tisches. Dann war es auch schon 15:30 Uhr und ich hatte dann keine Lust mehr mich mit jemanden zu treffen. So ging es meistens jeden Tag...

Aber jetzt zur Zeiten des Coronavirus war es ganz anders. Meine Eltern waren im Home office und ich im Home schooling. Ich hatte viel mehr Zeit mit meinen Eltern zu spielen oder im Garten zu sein.


Und das Beste war: Ich habe in Pfungstadt-Hahn mit meinen Eltern ein Baumhaus gebaut. Das haben wir innerhalb nur einer Woche geschafft!
Wenn das Coronavirus nicht da wäre, hätte ich nicht mal die Idee dazu gehabt so etwas zu bauen.

Das Coronavirus hat mir die Möglichkeit gegeben meine Eltern und mich selbst besser kennen zu lernen. Ich konnte es mir ansehen, was meine Eltern an ihrer Arbeitsstelle machten. Und das Coronavirus hat mir gezeigt wie mühsam es ist einen ganzen Arbeitstag zu arbeiten. Deshalb weiß ich jetzt auch meisten weshalb meine Eltern gestresst sind und kann sie in Ruhe lassen.


Die Pandemie hat mir geholfen meine Verbindungen zu verstärken.
Zum Beispiel habe ich mich mit meinem Freund Jason jeden Tag getroffen.
Davor hätte ich nicht mal im Traum gedacht!

Also das Coronavirus ist nicht nur schlecht sondern kann auch sehr positiv sein


 

 

 

 

 

    

 

 

 

 

 

 

 

 

DIE SCHNELLE FLUCHT 

Ich sitze im Zimmer, auf meinem Bett und kann nichts tun. Manchmal frage ich mich echt ob ich diesen Fehler lieber hätte nicht machen sollen. Jetzt sitze ich auf jeden Fall fest und kann nicht raus. Aber Fehler klingt irgendwie FALSCH, vielleicht ist das ja auch der Grund wieso Fehler eben FALSCH sind. Gut ich möchte mich erst mal vorstellen: Leila Adawi ich lebe in Syrien bzw. in Damaskus und bin 11 Jahre alt. Es sind momentan Ferien, deswegen gehe ich auch nicht zur Schule und habe Hausarrest. Wieso wohl grübelt mal mit mir...                                                           STOP hört auf damit, natürlich weiß ich was ich getan habe wer vergisst den sowas. Also ich habe noch drei Geschwister die 12-jährige Lana und die 4-jährige Layan außerdem der 4-Monate alte Luqman, alle mit L ich weiß, egal kommen wir mal zum Punkt: Lana war zu der Zeit bei einer Freundin lernen und meine Eltern waren bei Freunden und nahmen meinen kleinen Bruder mit. Mich und meine 4-jährige Schwester wollten sie ja auch mitnehmen aber ich hatte keine Lust dorthin zugehen die Leute hatten vier Kinder die alle unter vier Jahren waren, ein super Platz für eine elf-jährige also sagte ich, dass ich zuhause bleiben wollte und da meine kleine Schwester gerade einen Mittagsschlaf hielt sollte sie mit mir zu Hause bleiben. Na toll dann musste ich also doch noch Babysitterin spielen. Aber glücklicherweise nicht für fünf Kinder sondern nur eines außerdem war meine Schwester nicht so schlimm ganz im Gegenteil sie benahm sich sehr erwachsen das lag vielleicht daran, dass sie so große Geschwister hatte es war also nicht so schlimm. Wir blieben dann zuhause. Zehn Minuten später wachte Layan auch schon auf und das gerade indem moment indem ich eine spannende stelle in meinem buch erreichte, ach alles halb so wild ich stand auf und ging zu ihr ins Zimmer da ich sie ja spielen hörte sie saß da auf dem Boden und spielte mit ihren Figuren ich atmete erleichtert auf, dass sie nichts schlimmes getan hatte. Als sie mich dann bemerkte rief sie froh: ,,Lass uns die Wasserballons holen und mit ihnen spielen!“  ,,Das geht doch nicht wir können nicht mit ihnen im Haus spielen, nur in einem Garten und der ist nun mal nicht so nah, also nein!“ antwortete ich ernst und dann geschah es auch schon, ich hatte vergessen zu erwähnen, dass meine Schwester sehr nun ja was soll ich sagen, ach ihr erfahrt es jetzt eh sie schmiss sich auf den Boden und begann mit stampfen und hämmern: ,,Du bist gemein sooo gemein ich mag dich nicht!“ ,,Komm schonn beruhige dich bitte.“ sie hörte aber nicht auf sondern ihr Geschrei und Gehämmere wurde stärker, ich gab auf: ,,Na gut dann füllen wir sie halt mit Wasser auf und überlegen dann weiter sie hörte wie auf Kommando auf zu weinen stand auf rannte in ihr Zimmer und holte die Tüte von den Wasserballons und gab sie mir mit strahlenden Gesicht:,,Los gehts!“ echt jetzt noch gespielter hätte es ja nicht aussehen können zumindest füllte ich sie mit Wasser und das sah wirklich Hammer aus es war zwar das zweite Mal indem ich so etwas sah aber es sieht einfach cool aus, wenn man so etwas sieht. Ich hatte die Ballons schon mit Wasser gefüllt und tat sie in einen großen Eimer als Layan sich auch schon einen schnappte und ihn nach mir warf ,,He hör auf damit das ist nicht lustig“ kaum hatte ich das gesagt landete noch eine Wasserbombe in meinem Gesicht, ich wurde wütend und warf zurück Layan nahm die Wasserbombe aber auch nicht einfach so an sie wieder eine zu mir sodass eine Schlacht begann die Gründe:Layan wollte Spaß haben und ich wollte mich rächen die Schlacht ging schnell zuende bis nur noch ich die letzte Bombe hatte und geschickt auf meine Schwester zielte die jetzt aus irgend einem Grund anfing zu weinen und genau indem Moment kamen unsere Eltern rein ins Haus. Warum ich Ärger bekam und bestraft wurde klang auf dem ersten Blick gar nicht falsch sie sahen nämlich folgendes: da meine Schwester nicht so gut zielen konnte war ich nicht so nass im gegensatz zu ihr das ganze Wohnzimmer war voller Wasserballonresten und ich zielte indem Moment ja noch immer auf meine Schwester die weinend und durchnässt auf dem boden lag. Die ersten worte die mein vater sagte waren ,,Leila geh auf dein zimmer!“ ,,Aber Papa...“ rief ich unsicher. ,,Kein aber geh auf dein Zimmer du hast Hausarrest für zwei Tage lang“ enttäuscht und wütend stapfte ich in mein Zimmer erschöpft ließ ich mich auf mein Bett plumpsen und jetzt kommen wir zur Stelle am Anfang wieder, da wo ich auf meinem Bett sitze und Hausarrest habe, da schaue ich zum Fenster rüber und sehe einige Menschen die eine Demonstration beginnen wollten oder so etwas und es fing an laute stimmen dröhnten durch die Stadt: DIE BÜRGER DIE WOLLEN DIE REGIERUNG NICHT MEHR!!!“ es kamen immer mehr Menschen auf den Balkon um diese Demonstration anzusehen selbst ihre Famillie schaute aus dem Fenster, schloss es aber schnell wieder ihr Vater kam, kurz danach, zu ihr ins Zimmer gestürzt:,, Pack deine Sachen diese Demonstration wird unser Leben verändern, sagte er, dies wird unsere letzte nacht hier sein!“ waren seine letzten Worte bevor er die Tür hinter sich schloss. Ich bekam große Angst und hörte schon das schlagen meines Herzens mit zitternden Händen holte ich meinen Koffer aus dem Schrank und begann meine Sachen zu packen. Als ich am Abend ins Wohnzimmer kam telefonierte meine Mutter mit meiner Schwester sie sollte bei ihrer Freundin übernachten. Ich verstand nichts mehr, was sollte der ganze auffuhr nur? Ich fragte Mama was passiert sei und wieso diese Demonstration unser Leben verändern wird und wieso ihre Schwester aufeinmal bei ihrer Freundin übernachten sollte ihre Mutter nahm sie in den Arm:,, So wie wir die Regierung kennen wird sie nicht locker lassen und sie wird diese Demonstration stoppen, auf ihre art eben, das heißt wenn die Bürger nicht hören wollen  müssen sie fühlen deshalb gehen wir, nun ja, bevor die bürger fühlen müssen und deine Schwester soll nicht aus dem Haus ihrer freundin weil wir Angst haben die Regierung handelt schneller als gedacht, ach du musst jetzt wirklich schlafen wir brechen morgen ganz früh auf“,,Heißt das wir kommen nie wieder zurück, ich sehe meine freunde nicht mehr und all das wegen einer blöden Demonstration“ ,,Leila hör jetzt auf damit, du sollst jetzt wirklich schlafen“ Ich ging auf mein zimmer na super dies war meine letzte Nacht hier ich saß hier fest konnte mich nicht von wenigstens einer meiner freunde verabschieden imgegensatz zu meiner Schwester! Ach ich glaube ich nahm das nicht ernst genug was dachte ich da bloß in solchen Umständen denkt man doch nicht an so was...                                                                        Am nächsten Morgen war ich direkt putzmunter und wusste was wir heute machen würden, wir brechen heute auf, meine Mutter bereitete Brote vor außerdem hatte sie Reis gemacht und viel Obst und Gemüse hatte sie auch eingepackt am wichtigsten nicht zu vergessen eine menge an Wasser die für fünf Tage mindestens reichte Papa hatte einen 9-sitzer Auto bestellt indem er gerade seinen Koffer und auch Mamas einstaute. So neu sah das Auto nicht gerade aus aber genüged Platz hatte es trotzdem als alles gepackt war sagte Mama zu mir:,,Geh und wecke deine kleine Schwester auf damit wir los fahren können“ als sie dann auch wach war sagte Mama zu ihr:,, weißt du wo wir jetzt hingehen wir gehen an einen schönen Ort ja sie drehte sich ein letztes mal zurück zum Haus und ihr kullerte eine Träne über die Wange: Lebwoh du schönes Schloss!“ konnte ich sie flüstern hören bevor sie in das Auto stieg und die Tür hinter sich zu machte als wir los fuhren drehte ich mich noch einmal um und schaute vom Rückfenster wie unser Haus kleiner und keiner wurde und ich spürte eine Träne und noch eine dann kamen ganz viele ich drehte mich wieder um und begann zu weinen ich fragte Mama schluchzend: ,,Werden wir hier je wider zurückkehren? 

Leila,Leila antworte mir ich blickte ins Gesicht meiner Freundin Sandra komm wir haben nur noch eine halbe Stunde Zeit für die Geschichte“ ,,Hä“ machte ich ,,Dhast wohl doch nur geträumt“, kicherte sie nein ich habe nicht geträumt ich habe mich erinnert ich blickte aus dem fenster und dachte damals wurde: 

ALLES ANDERS 

Grummelnd und noch immer müde stützte sich der Murmeltiger auf seine Vorderbeine und hielt eine Pfote über seine Augen, um zu sehen was ihn so blendete. Es war Winter und der Murmeltiger war gerade erst eingeschlafen, der Sonnenaufgang konnte es also nicht sein. Genervt versuchte er etwas zu erkennen, doch er sah nichts, so sehr wurde er vom hellen Licht geblendet. Er dachte sich: Hoffentlich ist das nur ein blöder Traum und ich wache gleich wieder auf. Daraufhin ließ er sich gleich wieder in sein Grasbett fallen.

Das nächste, das ihn weckte war ein Geruch. Die Augen hatte er zwar noch fest verschlossen doch die kleine Nase des Murmeltigers zog einen verbrannten Mief ein. Keine Sekunde später war das Tier wach. Noch verärgerter als vorher zwang er sich aus seinem gemütlichen Bett und schlurfte gähnend zum Eingang seiner Höhle, um zu sehen, was ihn aus seinem Schlaf gerissen hatte. Er brauchte nicht lange, um die Augen weit aufzureißen und hellwach zu sein. Vor seiner Höhle hatte sich ein riesiges Feuer ausgebreitet.

Er war wie gelähmt. So etwas hatte der Murmeltiger noch nie zuvor gesehen. Er drehte langsam den Kopf, in der Hoffnung dass noch nicht alles um ihn herum verbrannt war. Doch um ihn herum waren nur verkohlte Bäume mit leeren Ästen zu sehen. Er brauchte eine Weile, um zu verstehen, dass er schleunigst verschwinden musste, um nicht wie die Hälfte seines geliebten Waldes zu enden.

Doch der Abschied fiel ihm schwer. Er schaute auf sein gemütliches Bett, in welchem er so viele schöne warme Nächte verbracht hatte. Er wusste, dass seine ganze Höhle vom Feuer zerstört werden würde, und das machte ihn unendlich traurig. Doch er musste verschwinden. Er rannte ein letztes Mal in die Höhle, um sich das kleine Täschchen mit seinem Lieblingsfenchel zu schnappen, rannte wieder vor seine Höhle und drehte sich hektisch in alle Richtungen.

Er erkannte die Lichtung, die noch vom hellen Mondlicht beleuchtet wurde. Mit schnellen Schritten lief er mit dem Feuer auf die Lichtung zu. Keine zwei Meter trennten ihn von der heißen lodernden Wand. Der Murmeltiger war es nicht gewohnt schnell zu laufen, das und die Wärme des Feuers sorgten dafür, dass er schon nach wenigen Minuten außer Puste war.

Doch die Lichtung war noch lange nicht erreicht! Er merkte wie schwer ihm das Atmen fiel und wie seine Schritte langsamer wurden. Er biss seine scharfen Zähne zusammen und beschleunigte wieder. Doch schon kurze Zeit später musste er stehen bleiben. Er bekam keine Luft mehr. Ihm wurde schwindelig und er merkte wie die Flammen immer höher wurden. Er spürte die Hitze auf seinem Fell und hatte das Gefühl, er würde von den immer höher werdenden Flammen umschlossen.

Keuchend drehte er sich im Kreis, versuchte einen Ausweg zu finden, doch es war zu spät. Ihm wurde schwarz vor Augen und er ließ sich erschöpft auf die Erde fallen.

 

,,Haaalllllooooo! Hörst du mich?“ fragte eine laute Stimme.

,,Lass ihn Jonald, der ist doch eh schon tot.“ meinte eine andere.

Langsam öffnete der Murmeltiger seine Augen. Er nahm erst verschwommene Umrisse von zwei Gestalten wahr. Als er merkte, dass es sich um zwei Bergziegen handelte, riss er die Augen weit auf, stützte sich auf und rutschte erschrocken so weit wie möglich weg von ihnen.

Als wäre das nicht genug, war er so weit nach hinten gerutscht, dass er mit den Vorderbeinen rudernd ins Wasser fiel. Augenblicklich versank er im eiskalten Wasser. Obwohl der Murmeltieger ein guter Schwimmer war, hasste er es zu schwimmen und es ärgerte ihn, dass er jetzt dazu gezwungen war. Außerdem fand er das Wasser viel zu kalt.

Sobald er das Ufer unter seinen kleinen Tatzen spürte, zog er sich fluchend aus dem Wasser und rannte erstmal fünf Runden um den See, um auch ja jeden Tropfen Wasser von seinem Fell zu bekommen.

Als das erledigt war, blieb er wütend vor den Ziegen stehen, welche ihn erschrocken ansahen. Er stemmte demonstrativ die Hände in die Seiten und schnauzte die zwei Bergziegen grimmig an: ,,Was macht ihr in meinem Wald? Das hier ist mein Revier und ich möchte hier keine anderen Tiere sehen, und schon gar nicht solche blöden weißen Zicken wie euch! Verschwindet!“

,,Wie bitte?“ fragte die eine Ziege. ,,Also erstens bist du hier in unserem Revier. Zweitens haben wir dir dein Leben gerettet du undankbares…….äh…...Jonald, was für ein Tier ist das eigentlich?“

Jonald musterte den Murmeltiger und runzelte fragend die Stirn.

Das machte diesen nur noch wütender: ,,Äh Hallo, ich bin ein Murmeltier, das sieht man ja wohl!“ Und bevor die Ziegen antworten konnten hatte er sich auch schon umgedreht und war mit großen Schritten davongestampft.

Jonald sah ihm verwundert nach. ,,Komisch, ich hätte schwören können, dass er ein Tiger ist.

Auch sein Freund musste lachen. „Ja, so ein Temperament habe ich bei einem Murmeltier noch nie gesehen.“

Der Murmeltiger suchte sich beleidigt eine neue Höhle und verbrachte dort den Rest seines Winterschlafes ohne weitere Störung.

Meine Schritte hallten über den Waldboden. Der Wind wirbelte die vielen Blätter durch die Luft, während ich den breiten Waldweg entlang eilte. Ich wurde immer schneller.

Ich versuchte möglichst gleichmäßig zu atmen, was mir unglaublich schwer fiel.

Immerzu wandte ich mich nach hinten um und stellte dabei erleichtert fest, dass niemand zu sehen war.

Der Wald schien dunkel und düster und meine Schritte klangen übernatürlich laut in der Stille. Ich keuchte. Allein die frischen und herbstlichen Farben der Blätter, die auf dem sandigen Boden verteilt lagen, lösten die erdrückende Stimmung. Grüne, rote, gelbe.

Ich hatte mich über die Bedeutung dieser Farben informiert: die Farbe Grün steht für Gift, Rot für Feuer oder Glut und Gelb für den Optimismus…

Ganz genau, bleib optimistisch, dachte ich. Es sind schöne Farben.

Doch während die Farben einerseits Wärme und Schutz versprachen, raschelten die Blätter laut, als wollten sie mich verraten. Meine Schritte wurden hektischer.

Ich wusste, mir blieb nicht mehr viel Zeit.

Ich legte einen Sprint ein. Hauptsache fort, bloß weg von hier. Ich lief und lief, so schnell mich meine Beine trugen. Nein, dachte ich, die Zeit darf noch nicht um sein, ich muss noch weiterkommen…

Dann vibrierte meine Uhr. Ich blieb stehen und sah keuchend auf das Display. „Vier Kilometer“, flüsterte ich.

Der riesige Baum, eingemümmelt im dicken, reinen Weiß, das geädert ist mit dunkelbraunen Strichen, thront majestätisch im Licht der blendenden Morgensonne. Die Luft ist kalt und schmeckt kühl nach süßlichem Schnee, der auf der Erde ruht wie eine Decke. Der Himmel, makellos blau, wird nach hinten hin immer heller, bis er, ganz in weiß, hinter den Bergen verschwindet, auf denen eine verschleiernde Nebelwolke liegt.

"Was mag sich wohl dahinter verbergen", fragte sich der junge Rotfuchs Foral, als er, wie jeden Morgen, auf Nahrungssuche bei der großen, von allen Tieren verehrten Glückseiche stehen blieb, um sich wie jeden Morgen die selbe Frage zu stellen. An diesem perfekten Tag jedoch hielt er länger inne als gewöhnlich.

"Gibt es dort auch Rotfüchse? So gerne würde ich mal welche sehen", dachte er, während er verträumt mit der Pfote Muster in den festen Schnee unter ihm schabte. "Was spräche dagegen, sich dort mal umzuschauen?", schweiften seine Gedanken weiter. Genussvoll und voller Abenteuerlust sog Foral die frische Luft ein - Kalt! Diese Kälte brachte ihn wieder zu Sinnen. "Wer weiß, ob ich jemals an diesen Ort zurückkommen werde, den ich so liebe?", bedachte er sorgenvoll.

Sehnsüchtig streckte er sich, um einen besseren Blick auf das Tal zu erhaschen. Er wollte ja hinunter wandern, aber gleichzeitig sein Zuhause nicht verlassen. Geheimnisvolle Schatten tanzten hinter dem Nebel. So gern würde er herausfinden, was es mit ihnen auf sich hatte. Er seufzte gequält. "Wenn ich hierbleibe, werde ich unglücklich, wenn ich weggehe, vermisse ich den Baum...", dachte er verdrossen.

"Nanu", ertönte auf einmal eine Stimme, die eindeutig die des weisen Uhus Malufandrohm war, der sein Heim in der Glückseiche hatte. "Du schaust so traurig aus!"

Foral drehte seinen Kopf nach Malufandrohm, als er schwerfällig zu ihm hinüber glitt und träge blinzelte. "Vielleicht kann ich dir ja helfen?", bot er an.

"Könntest du mir vielleicht einen Rat geben, was ich tun soll?", seufzte Foral und wies mit der Schnauze in das Tal, das sich vor ihnen auftat. Der Uhu kannte die Probleme von allen Tieren in der Gegend, denn wer eines hatte, ging damit zu Malufandrohm, damit er ihnen weiterhelfen konnte.

Er schmunzelte, als er ebenfalls nach unten schaute. "Das musst du dir schon selbst überlegen", fand er. "aber du solltest nicht zu lange warten. Sonst wird es zu spät, und du wirst du zu alt, und dann hast du keine Wahl mehr. Wenn es daran liegt, dass du diesen Ort so liebst, dann sollst du wissen, dass es Gefängnisse gibt, die nur deswegen Gefängnisse sind, weil man gar nicht mehr hinaus will. Wenn es daran liegt, dass du Dinge entdecken willst, dann sage ich dir, dass es manchmal besser ist, wenn man etwas nicht weiß"

Nachdenklich schaute Foral in die Mayemo-Berge. "Mayemo" bedeutete "Sehnsucht" in der alten Sprache der Adler, und "Geheimnis" in der alten Sprache der Schwalben.

Plötzlich bemerkte er, dass Malufandrohm nicht mehr neben ihm saß. Die Sonne ging schon auf den Mittag zu, stellte er außerdem fest, als sein Magen laut knurrte. Dann ging er weiter auf Nahrungssuche.

Der Schnee von letzter Nacht knirscht laut unter meinen Füßen, als ich über die verkrustete Oberfläche laufe. Es kommt mir vor, als würde ich etwas Verbotenes tun, während die Stille um mich herum das Geräusch meiner Schritte tausendfach verstärkt. Mir wird klar, dass ich vollkommen allein bin an diesem unbekannten Ort.

Ich schaue in die Ferne, um die vor mir liegenden Täler genauer anzuschauen, deren Schnee und Nebel im Sonnenschein glitzern. Um sie herum versperren große Tannen und zwischen ihnen einige Laubbäume den Blick an weiter entfernte Orte. Es scheint als würde die Zeit stillstehen und eine riesige unsichtbare Glocke alle Geräusche der Außenwelt schlucken, während der Baum direkt vor mir immer größer wird.

Nach einigen Schritten stehe ich direkt vor der gewaltigen Buche, deren Äste mit feinem Pulverschnee bedeckt sind. Unzählige Geschichten und Mythen ranken sich um sie. In meinem Stamm kennt man sie als Lebensbaum. Doch eines haben alle Erzählungen gemeinsam: Sie sprechen von einem uralten Baum, älter als die Zeit. Ich merke, wie mir langsam kalt wird, doch ich bin zu fasziniert, um diesen Ort zu verlassen. Ich bin der Buche nun so nahe, dass ich nur meine Hand ausstrecken muss, um sie zu berühren. Doch etwas hält mich zurück; eine innere Stimme, die mir rät, diesen gewaltigen und mächtigen Baum nicht anzufassen. Ich habe Angst, ich könne den Zauber dieses Ortes zerbrechen wie einen Spiegel – in tausende kleiner Scherben, die zusammen nie wieder etwas so Vollkommenes ergeben würden.

Und so verweile ich staunend und warte auf ein Zeichen der Götter, das mir sagt, was zu tun ist. Einige Zeit vergeht und ich merke, wie es immer kälter wird, bis sich die Wolken über mir auftun und dicke weiße Schneeflocken entlassen, die mir ein leichter Wind in die Haare weht. Dann erscheint auf einmal ein gleißend helles Licht, das durch die Wolkendecke bricht und den Baum vor mir zu purem Silber werden lässt.

Ein glänzendes Blatt fällt vor meine Füße, ich hebe es auf, verbeuge mich, um dem Baum und den Göttern für ihre Barmherzigkeit zu danken und mache mich mit bedächtigen Schritten auf den Heimweg, um meine Großmutter zu heilen.

Denn dieser Baum ist kein gewöhnlicher Baum. Er wird nur von jenen gefunden, die ihn finden wollen, um anderen zu helfen. Doch wird er gefunden, so besitzt jeder noch so kleine Teil von ihm eine Energie der Natur und Weisheit, die die Macht hat zu heilen.

Der Winter peitscht über das Land,

Die Wurmsel schaut geduldig gebannt

Am späten Morgen in den Osten,

Will Sonnenstrahlen kosten.

 

Ihr Bäuchlein knurrt; nichts ist darin,

die Hungersnot rafft sie dahin.

Die Federn überzieht ein frostiger Hauch:

Die Flügel, das Köpfchen, den wartenden Bauch.

 

Dann denkt sie: "Was bin ich für ein Narr!

Nahrung ist im Winter rar.

Doch bin ich nicht umsonst eine Wurmsel;

fress ich den Wurm, bin ich noch immer eine Amsel."

 

So tat sie's, Wurmsel wurde Amsel,

So, wie wir sie kennen, sitzt auf Zäunen und Ampeln.

Noch heute zwitschern sie sich zu,

Was Wurmsel tat; und sangen zu.

Die Bank am See stand schon immer dort. Im Sommer saßen dort oft Mütter während ihre Kinder im Wasser spielten, Rentner, die sich ihre Zeit vertreiben wollten oder Jogger, die eine kleine Pause brauchten. Doch im Winter war dort niemand.

Niemand spürte den Schnee unter seinen Füßen knirschen. Niemand zerstörte die Stille der Natur, die der Winter über den Ort gelegt hatte. Niemand saß auf der kalten Bank und ließ sich sie Sonne ins Gesicht scheinen. Niemand atmete die reine und kalte Luft ein und stieß sie in einer Dampfwolke wieder aus. Niemand spürte den Schnee, der so kalt war, dass die Finger rot wurden wenn man ihn zu lange hielt. Niemand sah das Wunder der Natur.

Aber das war nicht schlimm. Denn ohne den Einfluss der Menschen wird die Natur und Magie dieses Ortes bis in alle Ewigkeit erhalten bleiben.

 

 

 

Hallo allerseits,

in einem Gespräch ist mir klar geworden, dass langsam aber sicher die Zeit anbricht, eine*n Nachfolger*in zu suchen, der/ die den SchreibKunst-Blog zukünftig pflegen wird, weil ich in einem Jahr hoffentlich mein Abitur-Zeugnis in der Hand halten werde.

Meine (teilweise selbst auferlegten) Tätigkeiten und womöglich auch eure in spätestens einem Jahr umfassen:

  • Wartung und Pflege von WordPress, Plugins & Themes; sprich: Updates regelmäßig einspielen
  • Veröffentlichen neuer Texte. Diese werden euch von den entsprechenden Lehrkräften geschickt
  • Termine im Kalender eintragen, z.B. Ferien, alles Rund um den LuO-Literaturpreis, etc.
  • Backups mit einem Plugin wie BackWPup anlegen (!), denn "Kein Backup - kein Mitleid". Präventiv behalte ich alle von mir erstellten Backups auf meinem Heimserver. Zusätzlich, für den Fall, dass der Webspace der Schule flöten gehen sollte (WorstCase-Szenario) lädt BackWPup jedes Backup auf meinen FTP-Server hoch

Wenn einer unter euch sich angesprochen fühlt, dann melde dich bei mir über das Kontaktformular. Danach können wir alles weitere besprechen, z.B. ob du dich wohler fühlen solltest, wenn wir beide den Blog schon jetzt zu deiner Übung gemeinsam verwalten.

Übrigens: Neben dem Zertifikat am Ende des Schuljahres und eures gewonnenen Wissens ist die Aufgabe nicht gänzlich umsonst, denn dadurch könnt ihr euch für diverse Messen in der Nähe (Musikmesse, Buchmesse, IAA (leider nicht mehr in Frankfurt)) als Pressevertreter akkreditieren lassen; sprich: kostenloser Eintritt.

Liebe Grüße und erholsame Sommerferien,
Leon Ebersmann (Q34-NR)

P.S. Mit dem SchreibKunst-Blog bin ich in die Möglichkeiten von WordPress eingetaucht. Manches würde ich anders angehen, wenn ich nochmal von vorne anfangen müsste. Was ich euch damit sagen möchte: Meine Herangehensweise ist mitnichten die einzig richtige und unfehlbar. Wichtig ist bloß, dass ihr bei größeren Eingriffen euch mit den zuständigen Lehrkräften absprecht (und eure Pläne auch für "Technik-Laien" verständlich logisch begründen könnt).

An alle Leser*innen: Wenn Sie/ ihr Schüler*innen/ Freund*innen kennt, die Interesse an dieser Aufgabe habt, dann könnt ihr das uns natürlich auch über Kontaktformular mitteilen.

Jeden Tag
Wenn fast 2 Milliarden Menschen aufstehen
Duschen und sich die Zähne putzen
Und aus dem Haus gehen
Fahren fast 2 Milliarden Menschen zur Arbeit
Mit Auto, Bus oder Bahn
Vielleicht fliegen manche auch in den Urlaub

Währenddessen
Kochen fast 2 Milliarden Menschen in der Küche
Zum Beispiel Krautsalat, Pommes oder Schnitzel
Und in Schweden vielleicht Fische
Und die restlichen fast 2 Milliarden Menschen
Die schlafen im warmen Haus
Behütet in unserer protzigen Welt

Jeden Tag
Nutzen wir
Wasser
Benzin
Und Gase
Plastik
Aus Erdöl
Metalle
Holz
Und Kohle

Jeden Tag
Essen wir
Gemüse
Und Obst
Meeresfrüchte
Und Fisch
Fleisch
Milch
Eier
Von Tieren

Jeden Tag
Beanspruchen wir
Licht
Strom
Und Wärme

Doch wer gab uns das Recht dazu?
Denn während wir
Immer mehr
Und mehr
Davon verbrauchen

Werden jeden Tag
82 Tausend Hektar
Wald abgeholzt
93 Millionen Liter
Erdöl gefördert
89 Milliarden Tonnen
CO2 ausgestoßen
123 Millionen
Tiere geschlachtet

Und weitere 300 Tausend
Meerestiere und Seevögel sterben
An den über 150 Millionen Tonnen
Plastik in den Meeren

Und jeden Tag
Werden weitere 575 Millionen
Plastiktüten produziert
Und es landen weitere 35 Tausend Tonnen
Plastik in unseren Meeren

Warum machen wir weiter damit?
Wir sehen doch
Wie der Regenwald jeden Tag an Fläche verliert
Wie das Eis am Nordpol jeden Tag schmilzt
Wie das Ozonloch jeden Tag größer wird
Und wie Tierarten aussterben
Wir wachen jeden Morgen auf
Wir fahren jeden Tag zur Arbeit
Wir essen und wir schlafen
Wir machen jeden Tag das Gleiche
Und machen uns das Leben
So bequem wie möglich

Also appellieren wir an alle 7 Milliarden Menschen da draußen
Wenn ihr
morgen früh
Aufwacht
Dann
Macht
Etwas
Anders

Denn die Welt verdient es
Mit Vorsicht behandelt zu werden
Denn ohne sie gäbe es
Alle 7 Milliarden Menschen nicht

Denn die Welt ist
Fantastisch
Und ihre Ressourcen
Das Fantastischste
Was es gibt
Denn das ist alles
Was es gibt
.

©2019 SchreibKunst-Blog/ Lea Wallrabenstein (9d) & Sophie Schönrock (9d)

,,Da vorne ist noch etwas frei!”

Es war Valentinstag und nach dem Besuch im Kino beschlossen wir, den Tag mit Kaffee und Kuchen abzurunden. Emma nickte mir zu und Hand in Hand begaben wir uns zu einem freien Platz. Er befand sich relativ weit hinten, sodass man von dort aus einen guten Überblick auf das Cafe hatte. Zumindest, wenn man wie Emma an der Wand saß und nicht wie ich von ihrer liebreizenden Freundin dazu überredet worden war, der Aussicht den Rücken kehren zu müssen. ,,Eines Tages gebe ich nicht nach...”, murmelte ich. Sie drückte mir erneut einen Kuss auf die Wange. ,,Denke ich nicht.”

Ein verspieltes Zwinkern sorgte dafür, dass Pudding meine Knie ersetzte und plötzlich war ich froh, mich schon hingesetzt zu haben. Emma und ich waren schon lange gute Freundinnen gewesen, schon seit ich denken kann. Wir gingen zusammen in den Kindergarten, wurden derselben Grundschulklasse zugeteilt und belegten nun in der Oberstufe fast überall die selben Kurse. Vor zwei Jahren jedoch gestand Emma mir, dass sie mich als mehr als nur eine gute Freundin sah, dass sie sich in mich verliebt hätte. Ich empfand das gleiche für sie und so kam es, dass wir beide ein Paar wurden.

Das Mädchen meiner Träume blätterte nun also nachdenklich in der Kuchen-Karte und einmal mehr fiel mir auf wie hoffnungslos ich mich in sie verliebt hatte. Die Art, wie sie sich ihr blondes Haar hinter das Ohr klemmte, ihre Finger elegant mit einer der Seitenkanten der Karte spielten, während ihre Augen ein Angebot nach dem anderen überflogen, lösten Herzsprünge bei mir aus.

,,Amelie? Bist du noch da?” Ihre süße Stimme holte mich aus meiner Trance und ich schreckte leicht hoch. ,,Alles okay bei dir? Du wirkst abgelenkt.” Ich kratzte mich am Hinterkopf. ,,Ne, alles gut. Weißt du schon, was du willst?” Ungläubig zog sie eine Augenbraue hoch. Was auch immer sie dachte, sie entschied sich es nicht auszusprechen.

Dem Rot ihrer Wangen zu urteilen, hatte sie mein Starren jedoch bemerkt. ,,Das hier fand ich gut’’. Sie drehte die Karte zu mir um, sodass ich lesen konnte, was darauf stand. Es war ein kleiner Schokokuchen mit flüssigem Kern. Ein Valentinstag-Special nur für Paare. Ich nickte. ,,Zu schokoladigem sag’ ich nicht nein.” Sie murmelte etwas davon, wie gut sie mich ja kenne. Was sie genau sagte konnte ich aber nicht verstehen. Mir war generell aufgefallen, dass sie seit dem Film sehr ruhig geworden war, wo sie doch sonst immer so gesprächig veranlagt ist. Ihr nachdenklicher Blick war auf irgendeinen Punkt auf dem Tisch fixiert und in ihren Augen lag etwas, dass mir Sorge bereitete. Benennen konnte ich es aber nicht genau.

,,Hey, schau nicht so betrübt. Sag deiner Freundin was los ist.” Ich piekste sie leicht in die Wange, um ihre Aufmerksamkeit zu bekommen und sie gab mir ein leises Seufzen als Antwort. ,,Es ist der Film…” ,,Hat er dir nicht gefallen? Ich fand ihn nicht schlecht, auch wenn das Outfit des
Hauptcharakters viel zu eng war.” Sie schnaubte belustigt und legte ihre Hand auf meine. ,,Auch wenn du recht hast, das meinte ich nicht.” Sie lehnte sich nach vorne. ,,Hat es dich nicht gestört, dass der eine so früh gestorben ist? Du weißt schon, der mit der Brille.”

Angestrengt dachte ich nach.
,,Meinst du den, der sich als schwul geoutet hat?” Ich überlegte. ,,Naja, er hatte jetzt keine großartige Rolle im Film, da hat mich sein Tod eher mäßig mitgenommen.” ,,Aber genau das meine ich! Der Film hat so viel Werbung gemacht, dass sie ja so fortschrittlich seien und sogar einen schwulen Charakter eingebaut hätten.” Sie schüttelte den Kopf. ,,Stattdessen hatten wir ein laufendes Klischee, dass für die Geschichte völlig unnötig war und nach gefühlten zehn Minuten gestorben ist.” Ihre Stimme triefte vor bitterem Sarkasmus und ihr Ärger stand ihr förmlich ins Gesicht geschrieben. Es tat weh sie so zu sehen, doch ich schwieg und ließ sie weiter sprechen.

,,Ist es zu viel verlangt die Sexualität von jemandem, der nicht Hetero ist, einfach mal nicht an die große Glocke zu hängen? Uns so zu behandeln, wie man es mit jedem Heteropaar macht? Wir sind doch auch nur gewöhnliche Menschen…” Ich drückte ihre Hand, vermied aber den Blickkontakt. Ich wusste einfach nicht, was ich dazu sagen sollte.

Zum Glück kam endlich ein Kellner an den Tisch, sodass wir unser Gespräch kurzzeitig pausieren mussten. ,,Was kann ich euch bringen?” Er sah gelangweilt aus, als würde er verzweifelt die Minuten bis zum Feierabend zählen. Emma ließ meine Hand los und bestellte sich einen Kaffee, während ich mich für eine heiße Schokolade entschied. Der Kellner schrieb sich alles mit einer solch monotonen Gestik auf, dass ich bei seinem Anblick selbst das Verlangen hatte zu gähnen. Als wir aber das Valentinstag-Special erwähnten, schüttelte er den Kopf. ,,Tut mir leid, aber das ist nur für Pärchen.”

Emma setzte sich etwas gerader hin. ,,Genau. Deshalb haben wir das auch bestellt.” Man konnte förmlich sehen, wie sich die Zahnräder in seinem Kopf drehten und es dauerte auch nicht lange bis er es endlich verstanden hatte. Er zog die Augenbrauen nach oben und seine Mundwinkel bewegten sich in dieselbe Richtung. ,,Aber natürlich meine Hübschen, ein Valentinstag-Special kommt sofort!” Er zwinkerte uns beiden zu, so wie man es von Typen aus schlechten Romanzen kennt und ich bemerkte wie Emma ihm genervt hinterher schaute. Ich nahm ihre Hand in meine und versuchte sie etwas zu trösten. ,,Ignorier es einfach.”

,,Aber stört es dich nicht?”. Sie entzog mir wieder ihre Hand und legte sie vor sich auf den Tisch. ,,Wäre einer von uns ein Junge gewesen, würde uns sowas nicht passieren. Warum kann man uns nicht behandeln, wie jeden anderen auch?” Zum wiederholten Mal seufzte sie. ,,Manchmal kann ich nicht anders als mir eine Welt vorzustellen, in welcher wir nicht behandelt werden wie irgendwelche Fantasiewesen; In welcher Menschen wie wir einfach das sind: Menschen.” Ich schüttelte den Kopf. ,,Emma, hör bitte auf damit. Freu dich doch lieber über das, was wir haben.”

Ich versuchte sie mit einem Lächeln zu trösten, doch sie ließ nur den Kopf hängen. Dieser Anblick brach mir fast das Herz. ,,Ich weiß. Aber es ist doch erlaubt, darüber zu fantasieren?” Ich schwieg. Wieder wusste ich nicht, was ich dazu sagen sollte. Ich wusste, was sie meinte, das tat ich wirklich. Nicht selten dachte ich genauso. Wieso ist es eine so große Sache, Gefühle für jemanden mit dem gleichen Geschlecht zu hegen? Warum kann ich meiner Familie nicht einfach stolz von meiner Freundin berichten? Wo ist das Problem, uns einmal nicht wie seltene Wesen, wie eine Attraktion zu behandeln?

Auch ich stellte mir nun eine Welt vor, in welcher wir sein dürfen, wer wir sind. In welcher wir nicht als unnatürlich angesehen werden, uns nicht dafür schämen müssen. Eine Welt, in welcher Hass und Scham keine natürliche Hürde im Lauf unseres Lebens darstellt und ich mochte diese Welt. Sie erfüllte mich mit Freude, mit Erleichterung und mit Freiheit und ich wünschte mir sie wäre Realität. Ich wünschte es mir so sehr.

Eine Kellnerin kam an unseren Tisch und stellte unsere Bestellungen unsanft auf dem Tisch ab, sodass etwas von Emmas Kaffee auf die Tischdecke schwappte. Die Kellnerin sah uns nicht an, wünschte uns nicht einen guten Appetit, fragte uns nicht, ob wir nicht noch einen Wunsch hätten, zeigte keine Anzeichen von Reue über die verschütteten Kaffee.

So sehr ich es mir also wünschte, mit Emma in einer solch fantastischen Welt, frei von jeglichen Gewichten der Schuld, des Schams und des Hasses zu leben, es würde immer dabei bleiben: Ein Wunsch. So fantastisch diese Realität wäre, es bleibt dabei.

Sie bleibt fantastisch.

©2019 SchreibKunst-Blog/ Mira Durak (Q2)

So kehren wir doch mal die Zeit ganz weit zurück, zum Anfang. Zu der Zeit wo es noch keinen von uns gab, nur Adam und Eva. Die Geschichte mit dem Apfel sollte jeder kennen, deshalb überspringen wir diese mal. Nun, Adam und Eva sind für die Entstehung der Menschheit verantwortlich, nicht wahr?
Fantastisch, dass aus zwei, acht Milliarden entstehen konnten. Fantastisch sind die Frau und der Mann. Zuerst entsteht aus der befruchteten Eizelle nun ein Wesen, das sich Mensch nennt, dieses Wesen sind wir. Anfangs kriegt man nichts mit, nicht ob man geplant war, ob man Freude erweckt oder Verzweiflung. Wir sind in diesem Zustand das wohl unschuldigste Wesen erdenkbar. Man wird von Haut, Fett, Muskeln umhüllt und gleichzeitig durch eine einzige Schnur, der Nabelschnur bewirtet.

Jetzt wachsen wir, es bilden sich Strukturen, Zellen vermehren sich und wir nehmen so langsam an Gestalt an. Dabei spielen die Gene unserer Eltern eine wichtige Rolle. Wenn wir annehmen, dass Adam und Eva unsere Vorfahren sind, so tragen wir alle irgendwo in unserem Erbgut ihr Gen. Die Gene bestimmen ob Stubsnase oder Rabennase, ob große, runde Augen oder ob wir eine Brille brauchen.

Plötzlich wird es laut, wir beginnen stimmen zu hören und bemerken, dass wir nicht allein sind. Wir nehmen schließlich unser Umfeld wahr. Eine weiche Stimme ertönt, sie lässt uns nicht gehen. sie ist immer da und flüstert manchmal zu uns. Wir gewöhnen uns an sie, nehmen sie wahr und beim erklingen dieser stimme freuen wir uns, wir alle. Wir beginnen zu treten, nicht aus Rache das wir in diese grenzenlos verhasste Welt gesetzt werden, sondern darum, dass wir wollen das wir auch wahrgenommen werden. In der Hoffnung, dass die so honig-süße Stimme sich an unserem Treten so erfreut, wie wir uns, wenn sie redet, murmelt, singt oder sogar flucht. Die meiste zeit schlafen wir, trotzdem schläft unser Umfeld nicht. Wer weiß, vielleicht veranstalten sie eine Baby-shower-party oder kaufen uns Klamotten oder versuchen unser Geschlecht herauszufinden. Irgendwann wird es uns zu eng. Wir haben uns schon so gedreht, dass wir kopfüber in einer lustigen blase liegen. Es kommt sogar dazu, dass diese Blase platzt. Die Flüssigkeit fließt dort lang, wo ich versuche rauszukommen, nur geht es bei mir nicht so einfach.

Wir verursachen Schmerzen. Die uns so verlässliche Stimme beginnt auf einmal zu stöhnen, zu schreien. Um ihren Schmerzen ein Ende zu bereiten, versuchen wir es noch stärker, jedoch weiterhin ohne Erfolg. Wir hören Sirenen, nur zu diesem Zeitpunkt wissen wir nicht was Sirenen sind, aber wir hören sie.

Wir spüren Druck, es wird wärmer, enger. wir sehen Licht, so warmes Licht.

Hände greifen nach uns, wickeln uns ein und wir beginnen zu kreischen. Ihre Stimmen so fremd, uns wird kalt. Plötzlich spüren wir wieder Wärme, von Kopf bis Fuß und siehe da, die verlässliche Stimme erklingt wieder, sodass wir unsere Münder schließen. Unsere Hände legen wir auf ihren Körper und ohne weiteres schlafen wir ein. Dieses Gefühl von Geborgenheit ist fantastisch. Wie dem auch sei beginnen wir unser Umfeld wahrzunehmen. Ein Mann, der immer bei uns ist. Autos, Flugzeuge, andere Kinder, ja sogar uns selbst. Wir beginnen die Welt zu erforschen, tapsen durch die Gegend, greifen nach Gegenständen oder probieren alles Mögliche. Anfangs mussten wir dafür auf unseren Händen und Knien gehen, nun sind wir schon so weit, dass wir auf unseren Füßen gehen können. Die vertrauten Gesichter, die sich anscheinend Papa und Mama nennen, freuen sich umso mehr und richten ein viereckiges ding auf uns, aus dem ein grelles licht hervorgeht. Auf einmal spüren wir etwas in unserem Mund, es schmerzt. Dennoch freuen sich Mama und Papa auch daran, sie nennen es ,,Zähnchen ́ ́, und wieder ein grelles Licht. Und eines Tages kriegen wir dann auch eine Stimme, und bemerken nicht wie kraftvoll diese ist. Ein Wort, ein Wort kann so viel bewirken.

Mein erstes Wort war ,,Mama ́ ́, sie freute sich riesig, Papa auch. Trotzdem konnte ich ein wenig Trauer erkennen. Dieser will ich nie wieder begegnen, weshalb ich ganz schnell gelernt hab ,,Papa ́ ́ zu sagen.

Egal was wir tun, ob wir das Haus verwüsten, Puppen die Haare abschneiden oder daneben pinkeln, sie lächeln jederzeit.

Jetzt höre ich Popmusik, experimentiere mit Klamotten und poste auf Instagram. Versuche herauszufinden wer ich bin, indem ich mich mit anderen vergleiche. Meine Freunde sagen ich sei besonders, aber was macht mich denn besonders?

Wer konnte überhaupt wissen, dass aus dieser einen Eizelle, wir mal werden? Ob wir männlich oder weiblich sind? Ob wir Christen, Juden oder Moslems sind? Schwarz oder weiß, Afrikaner, Europäer, Amerikaner oder Asiaten? Wer konnte wissen, an welchem Ort der Welt wir geboren werden? Wer konnte überhaupt wissen, dass man all das voneinander unterscheidet?

Und weshalb gibt es diese Unterschiede? Weshalb vergisst der Mensch den Prozess der Sozialisation? Weshalb vernachlässigt er das der Prozess bei jedem der gleiche ist und wir alle doch Menschen sind?

Trotzdem gibt es den Begriff ,,unmenschlich ́ ́. Er wird zum Beschreiben der Personen benutzt die Kriege zetteln, solchen die Moscheen, Kirchen, Synagogen bombardieren, solchen die andere wie uns nicht lassen die Welt zu erforschen, solchen die uns und unseren liebsten die Stimme nehmen. Ungeheuer ist der Mensch mit all seinen Fähigkeiten. Diese Welt war nicht für Unterschiede und Hass bestimmt, sondern für Gemeinschaft und Harmonie,
So schreibe ich es für alle nochmal ganz laut: WIR SIND GLEICH! Und das ist fantastisch!

©2019 SchreibKunst-Blog/ Fatma Turgut (E-Phase)

,,Das ist ja fantastisch!‘‘, rief der alte,weiße Mann aus seinem Sessel heraus. Soeben teilte ein Mitarbeiter seiner Firma ihm mit, dass der millionenschwere Deal mit einer saudischen Erdölgesellschaft stattfinden würde. Dem Mann stand die Gier förmlich in seinem Gesicht -nein, in seinen Augen- geschrieben.

,,Fantastisch..wirklich fantastisch...‘‘, murmelte er zufrieden in seinen Bart.

Doch für welchen Preis? Wer bezahlt wirklich dafür? ,,Das ist ja fantastisch!‘‘, die Frau umarmte ihren Ehemann voller Enthusiasmus. Dieser kam nämlich mit der frohen Botschaft nach Hause, eine Gehaltserhöhung erhalten zu haben. ,,Da haben sich all die Überstunden wohl doch beim Chef bemerkbar gemacht,nicht?‘‘, sie strahlte ihn mit ihren unnatürlich weißen, perfekten Zähnen an.

,,Vielleicht könnten wir dieses Jahr noch ein drittes Mal verreisen. Wieder auf die Boa Boa? Mal schauen‘‘, der Mann stellte sein Weinglas auf den Küchentresen ab. ,,Aber auf Boa Boa waren wir doch schon, ich würde viel lieber nach Capri! Oder nach Doha!‘‘, der Mann zuckte als Antwort nur mit den Achseln. ,,Mir egal, ich will eigentlich nur Zeit mit dir verbringen.‘‘, er drückte einen Kuss auf ihren Mund und schaltete den großen, teuren Fernseher an.

,,Das ist ja fantastisch!‘‘, der Junge hielt breit grinsend seine Zusage für eine der angesehensten Universitäten hoch. Seine Mutter zog ihn in eine enge Umarmung und drückte ihn fest.

,,Ich bin so stolz auf dich!‘‘. Er war glücklich. Nicht nur, weil er seit Langem mal wieder seine Mutter glücklich sehen konnte. Sondern weil er nach monatelanger harter Arbeit, wenig Schlaf und - ach,all die Nächte, die er durchmachen musste! - das ganze Lernen... – all das hatte sich ausgezahlt. Zufrieden zog er sich aus der Umarmung heraus und setzte sich an den kleinen Esstisch, in der genauso kleinen Küche, in der genauso kleinen Wohnung.

Das Essen auf dem Herd ist gerade fertig geworden und während die alleinerziehende Mutter den Tisch deckte, dachte sie nach. Sie war nur bei der Geburt ihres Sohnes noch glücklicher als jetzt. Seit seiner Kindheit machte sie sich um seine Zukunft Sorgen. Sie hatte Angst, dass er vielleicht so enden würde wie die vielen anderen Kinder aus ihrer Nachbarschaft: Drogen, Alkohol und nicht selten auch kriminell. Doch in eine bessere Gegend umzuziehen kam nie in Frage, dazu reichte das Geld einfach nicht. Hat es noch nie. Umso erleichterter war sie als sie von einem seiner Lehrer kontaktiert wurde, der das Potential ihres Kindes erkannte und ein Stipendium organisierte.

,,Hier, Liebling‘‘, sie stellte das Essen vor ihm hin und schon stürzte er sich freudig darauf. Danke Gott.Für alles, dachte sie, während sie ihrem Sohn beim Essen zusah.

,,Das ist ja fantastisch!‘‘, ein junges Mädchen, das am Wegesrand saß, sah zu einem Pärchen hinüber. Die Frau hielt ein Ultraschallbild hoch, während der Mann sie stürmisch umarmte. Da scheint wohl jemand schwanger zu sein, dachte das Mädchen.Wie schön. Der schneidend kalte Wind fuhr durch ihre Kleidung. Sie versuchte wenigstens ihr Gesicht in ihrem zerschlissenen Schal zu schützen und vergrub es darin. Der Himmel über ihr verdunkelte sich langsam mit grauen Wolken.

Bitte kein Regen!, dachte sie. Wo sollte sie denn hin, wenn es so spät Abends zu stürmen anfängt? Ein Zuhause hatte sie nicht. Außer man nennt die Straßen dieser Stadt ihr Zuhause. Aber ist ein Zuhause nicht eher warm, voller Liebe und,naja,Essen? Sie wusste es nicht; fast ihr ganzes Leben verbrachte sie nämlich schon auf der Straße. Solange schon, dass sie nicht einmal wusste, wie es dazu kam. Sie stand auf und machte sich auf die Suche nach einem Schlafplatz, oder zumindest nach einer überdachten Stelle. Frierend und zitternd machte sie sich mit ihren wenigen Habseligkeiten auf den Weg. Doch nach nur ein paar Minuten wurde ihre Befürchtung wahr : es fing an zu regnen. Fluchend stellte sie sich unter den nächstbesten Dachvorsprung. Sie ging in die Hocke und vergrub frustriert ihr dreckiges Gesicht in ihren Armen. Wäre es nicht so kalt, so hätte sie sich eigentlich unter den Regen gestellt um wenigstens ein bisschen Dreck von ihrem Körper abwaschen zu können. Aber sie wollte keine Krankheiten riskieren, das wäre ein Todesurteil für sie.

Das Körper des Mädchens wurde langsam von einem Beben übermannt. Sie fing leise an zu schluchzen, weinte für sich. So wie sonst immer auch. Sie dachte daran in welch einer Situation sie leben muss, wie keiner sich um sie kümmert und wie sie wahrscheinlich auf den Straßen ein armseliges Leben sterben muss. Dabei war sie doch gerade mal 12.

,,Ich will doch nur ein Zuhause...‘‘, schluchzte sie. Das Weinen wurde schlimmer. ,,Hey, ist alles in Ordnung?‘‘, die Stimme ging fast im Geräusch des Regens und ihrem Heulen unter. Doch sie warf trotzdem einen kleinen Blick nach oben. Ein Mann stand vor ihr, neben ihm eine Frau. Sie erkannte beide wieder, es war das Pärchen von vorhin.

In all den Jahren, in denen sie mehrmals auf der Straße weinend zusammenbrach, hat nicht einer gefragt wie es ihr geht. Jetzt konnte sie nicht mehr aufhören zu weinen. ,,Nein.‘‘,schluchzte sie. ,,Nichts ist in Ordnung.‘‘, sie brach zusammen und ließ all ihren Gefühlen freien Lauf. Das Pärchen leistete ihr dabei stille Gesellschaft, bis die Frau diese Stille unterbrach.

,,Brauchst du zufällig eine Familie?‘‘, sie lächelte das kleine Mädchen an. Ihr Lächeln strahlte Güte aus, und Wärme. Fühlt sich so Zuhause an? Dinge, die das Mädchen so vorher noch nicht kennengelernt hatte. Sie nickte als Antwort langsam, in ihrem dreckverschmierten Gesicht blitzte ein Fünkchen Hoffnung auf.

,,Hättest du was dagegen, wenn wir uns ab sofort um dich kümmern?‘‘, sie blickten beide erwartungsvoll auf das Mädchen. Und wieder schüttelte sie ihren Kopf. ,,Nein...‘‘, ihre Stimme zitterte. Und brach abermals in Tränen aus. Diesmal war es aber fast schon so, als würde der Regen ihre Sorgen wegspülen.
Was blieb, war ein warmes Gefühl tief in ihrem kleinen Brustkorb.

Ein kleiner zierlicher Junge läuft durch die Ruinen seiner Nachbarschaft. Sein geschundener Körper kann ihn gerade so tragen; ein Wunder, dass er das letzte Bombardement überlebt hatte.

,,Mama..‘‘, weinte es. ,,Baba... wo seid ihr?‘‘ Ein unkontrollierbares Schluchzen erschütterte seinen winzigen Körper. Die Tränen hinterließen auf seinen von Asche bedeckten Wangen einen nassen Pfad.

Nichts außer sein Schluchzen und Weinen waren zu hören. Eine ungewohnte Stille, die diese Gegend schon seit fast zwei Wochen nicht mehr kannte. Das Kind streifte ziellos durch seine alte aber nun zerstörte Nachbarschaft, bis es sich ermüdet auf einen Mauerstein setzte. Es vergrub sein Gesicht in den dreckigen,zittrigen Händen und weinte. Und weinte, und weinte, und hörte nicht auf zu weinen.

Er war noch sehr jung aber trotzdem wusste er, was es bedeuten kann wenn Krieg herrschte: Tod. Trauer. Alleinsein. Aber er hatte doch immer seine Eltern und großen Geschwister? Wie soll er denn auf sich alleine gestellt leben können? Sein Weinen wurde noch unkontrollierbarer, stärker und schon fast animalisch. Er fing an zu realisieren, dass er jetzt allein war. Für immer.

Allein. Ein so kleines, unschuldiges Kind. Was konnte er denn schon für die Probleme der Erwachsenen? ,,JEBRAIL?‘‘, rief jemand aus der Ferne. Sein Kopf zuckte beim Klang seines eigenen Namens hoch. Er sprang auf und sah sich um. Diesmal fing er vor Freude und Erleichterung an zu weinen, denn er sah seine große Schwester und seine Mutter. Er rannte auf sie zu und war unendlich erleichtert niemanden verloren zu haben. Wo sein Vater und großer Bruder waren, diese Frage verdrängte er.
Und nicht mehr allein sein zu müssen, darüber war er auch froh.
Fantastisch, nicht?

Ist es nicht witzig, was verschiedene Menschen von verschiedenen Herkünften als fantastisch empfinden? Während der Mann mit dem dicken Geldbeutel sich darüber freut, noch mehr Geld machen zu können – weil die Millionen auf seinen Schweizer Konten nicht reichen, nicht ? - , ist eine Mutter froh darüber, ihrem Kind eine anständige Zukunft bieten zu können. Und noch weiter weg,da sterben Kinder und hinterlassen Familien zurück;da sterben Familien und lassen Kinder zurück.

Ist das nicht unheimlich komisch und traurig? Wie wir doch alle wissen, was viele Menschen erleiden müssen, doch trotzdem mit Scheuklappen durch‘s Leben gehen. Wohl wissend, was um uns herum geschieht, aber es ignorieren weil die Realität uns zu sehr Angst macht; weil es uns in unserer Bequemlichkeit beeinträchtigen würde.

Ich wünschte, das wäre alles nur fiktiv und ausgedacht, all das unnötige Leid wäre nur ein Hirngespinst. Aber es ist real.
Ich wünschte, wir alle würden endlich von unseren Wunschträumen erwachen. Aber wer will das schon? Ich wünschte, in meinem Kopf würden nur allerlei fantastischen Vorstellungen spuken. Aber das tut es nicht.

©2019 SchreibKunst-Blog/ Sultan Koras (Q4)

Januar 2016

Es herrscht eine Eiseskälte, die Kälte durchdringt mich, kriecht mir in die Knochen und lässt mich am ganzen Körper zittern. Meine Nase, Ohren und Gliedmaßen sind taub und trotzdem schleppe ich mich durch die Straßen, welche eher einem reißenden Fluss gleichen. Ich bin auf dem Heimweg von einer Brexit- Veranstaltung, weder habe ich mich bis jetzt politisch engagiert, noch für Politik interessiert. Allerdings ist dieses hochbrisante Thema zu fundamental, um mit Nichtachtung abgetan zu werden. Alles Begann mit unserem Premierminister David Cameron, als er 2013 seine Idee eines Referendums über den Verbleib in der Europäischen Union ins Spiel brachte. Sein Motiv bestand allein darin, seine Gegner und EU- Kritiker in der konservativen Partei ruhigzustellen. Anfänglich nahm das Volk dies in keiner Weise als potenzielle Option war. Doch, die Zeit fließt dahin und das Land spaltet sich immer weiter. Es scheint wie ein Riss in einem monströsen Felsen zu sein, tritt einmal ein Sprung auf, verbreitet dieser sich rasant schnell, wird immer tiefer bis der Fels schließlich in zwei bricht. Die EU- Befürworter stehen den Gegnern mit einer Feindlichkeit gegenüber, die sonst nur zwischen Ultra konservativen Republikanern und extremen Demokraten walten. Dieser Zustand ist untragbar, deswegen gründeten wir an der Universität eine Gruppe, die sich ausdrücklich für die Diskussion zwischen beiden Standpunkten einsetzt. Des Weiteren klären wir unsere Mitbürger über die Europäische Union auf. Bei unseren unzähligen Unterrichtbesuchen, sowie Vorträgen versuchen wir den Menschen nahe zu bringen, was die EU uns für Vorteile bringt. Erschreckend ist das offenkundige Unwissen unserer Mitbürger, weiterführend sogar das Desinteresse.

Dieser Brutale Kampf raubt mir die Kraft, das Lebenselixier wird förmlich aus meinem zerbrechlichen Körper gesaugt, trotzdem wird er für mich andauern, solange bis das Referendum mit einer überwältigenden Mehrheit abgelehnt wurde. Wie kann es auch anders kommen.

23. Juni 2016

Ich sitze mit meinen Mitstreitern in einem winzigen Keller, ein bisschen größer als eine Besenkammer. Von hier aus haben wir die letzten sechs Monate unsere Botschaften gesendet, Vorträge geplant- Tag und Nacht bis wir im Stehen die Augen nicht mehr im Stande waren auf zu halten. Wir drängen uns alle vor einem uralten Röhrenfernsehn, das Bild flackert, der Ton hängt. Die Spannung ist gewaltig, unsere Nerven sind bis aufs äußerste gespannt, selbst eine Nadel hätte man in diesem Moment zu Boden fallen gehört. Alle Augen starren auf den Fernseher, wo die Nachrichten laufen. Gleich ist der Moment, für den jeder in diesem Raum alles gegeben hat da. Die Auswertungsergebnisse der Abstimmung werden veröffentlicht.

Mein Magen krampft sich zusammen, meine Atmung setzt aus, meine Zunge ist staub trocken. Ich blinzle, reibe mir die Augen doch die Zahlen bleiben gleich. Dieses Ergebnis konnte ich mir im Traum nicht erklären. Wie konnten 52% für den Austritt stimmen. All die harte Arbeit, aller Schweiß den ich investiert hatte, all die Auszehrung die ich auf mich genommen hatte- und dann so was!

Zusammengesackt, unfassbar traurig verlasse ich den Keller, unfähig ein Wort hervorzubringen renne ich los. Ich laufe schneller als ich je zuvor, ein erbärmlicher Versuch dem Geschehenen zu entfliehen.

29. März 2019

Das Leben ging weiter… Ist es nicht unfassbar am Tag NACH der Abstimmung informieren sich die meisten erst darüber, was gestern zur Abstimmung kam. Naja- die Fehler die aus dieser Inkompetenz entstanden sind, können nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Heute ist der Stichtag auf den unsere neue Premierministerin Theresa May schon lange hin arbeitet, denn schließlich wurde beschlossen, dass das Vereinigte Königreich am heutigen Tag die EU verlassen wird. Doch ist heute wirklich der schwärzeste Tag der geeinten Geschichte von Europa? Darauf gibt es keine Antwort, obwohl festgehalten werden muss, wir waren unfähig unsere eigene Entscheidung umzusetzen. Vor zwei Jahren leitete May Austrittsverhandlungen mit der EU ein, als Ergebnis präsentierte sie Ende 2018 ein Austrittsabkommen. Dieses wurde glatte dreimal im Parlament abgelehnt. Entscheidendster Punkt für diese Ablehnung stellt die vorgeschlagene Lösung mit Irland da. Die sogenannte „Backstop“- Klausel soll nämlich in jeden Fall eine harte Grenze zwischen Irland und dem Vereinigten Königreich verhindern. Hierauf aber noch näher einzugehen würde tausende Seiten füllen, diese ganze Bürokratie, Diplomatie und das Boulen um die Macht ist allzeit präsent.

Inzwischen vertrete ich die Position, dass endlich etwas passieren muss, diese ständige Nichtwissen ist wie Gift. Eine Lösung mit der wir arbeiten können auch wenn es nicht unsere Meinung reflektiert muss dringend her. Die Ungewissheit über die Zukunft ist fatal für unser Land. Unternehmen entschließen sich ihre Firmensitze in andere Länder zu legen, große Banken verlegen ihre Headquarters zum Beispiel nach Frankfurt. Wenn wir diese Entwicklung nicht stoppen können werden wir eine massive Wirtschaftskrise erleben, allein der Finanzsektor macht bei uns 11,5% der Staatseinnahmen aus. Fallen diese weg stehen wir schlecht da, seien wir mal ehrlich auf Tourismus können wir nicht setzen. Zu genüge haben wir in letzter Zeit symbolisiert, wie wir über Ausländer denken und mit Sonnstrahlendem Himmel und Strand konnten wir noch nie überzeugen…

2035

Wir sind zurück! Sicherlich wisst ihr nicht was ich meine, lasst mich versuchen es euch es zu erklären. 2035 geht mein Kampf zu Ende, heißt das Referendum von 2016 ist Geschichte. Eigentlich ist es nicht ganz so einfach, tatsächlich ist das Vereinigte Königreich 2020 aus der EU geflogen. Diese Formulierung können Sie wörtlich nehmen, ich kann es aber keinem verübeln. Das Drama der Austrittverhandlungen wurde immer schlimmer, Theresa May bettelte immer wieder um einen Aufschub und konnte im Parlament keine Ergebnisse erzielen. Trotzdem klammerte sie sich an ihr Amt wie eine Klette, da hatte sie bereits unzählig gescheiterte Versuche Bestätigung für ihr Austrittsabkommen zu bekommen hinter sich. Nach weiteren unendlichen Telefonaten und Staatsbesuchen, fasste der französische Präsident Emmanuel Macron den Entschluss- die Britten haben alle Chancen verspielt, jetzt muss die EU an sich selbst denken und endlich wieder zu Normalität zurückfinden. Um seine Pläne umzusetzen versammelte Macron allmählich die Mitglieder der Europäischen Union und gewährte den Briten eine letzte Gnadenfrist. Doch wie zuvor brachten die Briten absolut nichts zustande, was dieses mal drastischere Konsequenzen für uns hatte, wir flogen Ende 2020 aus der EU. Die neue Situation fühlte sich an wie in einen eiskalten Pool geworfen worden zu sein. Unternehmen die dem Vereinigten Königreich bis jetzt treu geblieben waren suchten jetzt neue Standpunkte, der Handel mit europäischen Ländern kollabierte anfangs komplett. Allein die Zollkontrollen stifteten ein totales Chaos.

Auswirkungen die wir normalen Bürger zu spüren bekamen, davon gab es einige. Beispielsweise blieben die Regale in Supermärkten oft leer, es war nicht so das wir hungern mussten aber alles was über die Grundversorgung hinaus ging war wie vom Erdboden verschluckt. Am schlimmsten, zumindest für mich war allerdings das alle EU- Bürger welche bei uns gelebt hatten von heute auf morgen keinerlei Aufenthaltsrechtgenehmigung mehr hatten, deswegen sofort Ausreisen mussten. Bewusst wurde mir hierbei, wie wir alle von den allen Ausländern profitiert hatten. Das Straßenbild wurde extrem Monoton, nur britische Männer im Anzug mit Hut und Frauen in eleganten Kleidern mit Handtaschen waren zu sehen. An unser Universität fehlte ca. ein Drittel der Studenten und mit ihnen die Lockerheit und der Spaß.

Jetzt will ich aber aufhören mich zu beklagen und mich freuen, dass wir wieder ein Teil dieser großartigen Gemeinschaft geworden sind. Ganz tief in mir spüre ich, dass wir diese dunkle Periode in unserer Geschichte gebraucht haben, um ein solches Geschenk wieder richtig wertschätzen zu können. Dieser komplette Wahnsinn entpuppt sich schlussendlich doch als fantastisch, da er uns lehrte: Alleine ist man nichts, in einer Gemeinschaft aber jemand.

©2019 SchreibKunst-Blog/ Janne Kühner (Q4)

Mein letzter Tag auf der Erde wäre an einem Freitag. Am 22. Dezember auf dem kleinen zugefrorenen Bach hinter unserer Wohnsiedlung mit allen meinen Freunden.

Irgendjemand hätte seine Box mitgebracht und wir würden, während im Hintergrund kitschige Weinachtshits spielen, grölend über die dünne Eisschicht schlittern. Im schönen Minnesota. In der beißenden Dezemberkälte, während Wham in unserer empfindlichen Blase des Glücks wiederhallt, Zoé sich die ganze Zeit an mich klammert und somit unbewusst zum glücklichsten Jungen der Welt macht.

Mein letzter Tag auf der Erde wäre am 22. Dezember. Zwei Tage vor Weihnachten. Wenn meine Alten beschließen sich mal nicht zu streiten und wir irgendwann stumm ausgemacht hätten nicht darüber zu reden. Wenn wir für diesen kurzen Moment über die immer höher werdenden Rechnungen hinwegsehen und so tun, als wären wir reiche Leute. Wenn meine Schwestern und Großeltern zu Besuch kommen und meine Mutter Plätzchen backt. Wenn, obwohl es noch nicht Weihnachten ist, Weihnachtsfilme laufen und wir uns alle auf dem kleinen Sofa, vor dem Fernseher, versammeln. Wie die Simsons, die für diesen kurzen Augenblick Gemeinsamkeit aus allen Richtungen kommen.

Mein letzter Tag auf dieser Erde. Auf dieser Welt, in dieser Endlichkeit wäre ein wirklich schöner Tag. Leichte vierundzwanzig Stunden. In dieser empfindlichen Blase des Glücks, die die Sekunden langsamer verstreichen lässt und alles besser macht. Bis dahin werde ich durchhalten. Bis zu diesem fantastischen Tag. Danach werde ich aufhören zu

©2019 SchreibKunst-Blog/ Malak Aderounmu (9a)